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Schröder trifft Putin: Umarmung unter Freunden

Foto: Anatoly Maltsev/ dpa

Ukraine-Krise Schröder feiert mit Putin 70. Geburtstag nach

Sie umarmen sich, der Altkanzler lacht. Gerhard Schröder feiert den 70. Geburtstag mit seinem alten Freund Wladimir Putin nach. Mitten in der Ukraine-Krise.

Sankt Petersburg - Es sind Bilder von zwei Freunden: Gerhard Schröder lacht, als ihn Russlands Präsident Wladimir Putin begrüßt. Der Altkanzler hat inmitten der Ukraine-Krise mit dem Kremlchef seinen 70. Geburtstag im russischen St. Petersburg nachgefeiert. Putins Wagenkolonne fuhr am Montagabend am Jussupow-Palais in der einstigen Zarenhauptstadt vor, wo Schröder ihn bereits erwartete.

Bei der Feier handelte es sich um einen Empfang der Nord Stream AG. Schröder ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses des Unternehmens, das die gleichnamige Ostsee-Pipeline betreibt und vom russischen Staatskonzern Gazprom dominiert wird. Gazprom-Chef Alexej Miller war Berichten zufolge ebenfalls unter den Gästen. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) nahm an dem Empfang teil.

An Sellerings Reise hatte es vorab Kritik gegeben. Er entgegnete, er halte es für wichtig, gerade in schwierigen Zeiten den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen.

Schröder hatte am 7. April Geburtstag. Die SPD hatte Schröder zu seinem 70. Geburtstag mit einem Empfang in Berlin gewürdigt. Am Tag darauf feierte ihn seine Heimatstadt Hannover mit einem Festakt im Rathaus.

Schröder und Putin sind seit Jahren enge Freunde. Der Altkanzler hatte den umstrittenen Kremlchef immer wieder in Schutz genommen. Auch in der aktuellen Ukraine-Krise zeigt sich Schröder gegenüber Putin loyal: So attestierte Schröder dem Krisenmanagement der EU im März schwere Fehler und ein Unverständnis für die Struktur der Region. Zugleich machte er die EU indirekt für den Ausbruch der Krise auf der Krim mitverantwortlich.

Legendär ist eine Äußerung Schröders aus dem Jahr 2004. Damals war Putin vorgeworfen worden, demokratische Grundsätze zu missachten. In einer Fernsehsendung sagte der damalige Bundeskanzler auf die Frage, ob Putin ein "lupenreiner Demokrat" sei: "Ja, ich bin überzeugt, dass er das ist."

Nach seiner Abwahl als Bundeskanzler wurde die Kritik an Schröder noch lauter, als er Aufsichtsratschef der deutsch-russischen Betreibergesellschaft NEGP (heute Nord Stream AG) wurde. Der halbstaatliche russische Konzern Gazprom ist Mehrheitsgesellschafter.

Der Westen hat zuvor angesichts der eskalierenden Lage in der Ukraine seine Sanktionen gegen Russland verschärft. Die USA verhängten am Montag Strafmaßnahmen gegen einige der engsten Vertrauten von Präsident Wladimir Putin, darunter führende Wirtschaftvertreter wie den Chef des staatlichen Ölkonzerns Rosneft. Auch die Europäische Union fror die Konten weiterer Personen ein. Russland warf den USA eine Rückkehr in den Kalten Krieg vor.

jbe/dpa
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