Querdenken-Demo am Bodensee Weniger Teilnehmer als erwartet

Knapp 11.000 Menschen sollen laut Polizei an einer Menschenkette am Bodensee gegen die Corona-Politik teilgenommen haben. Es waren deutlich mehr erwartet worden.
Teil der sogenannten "Friedensmenschenkette", die durch Deutschland, Österreich, Liechtenstein und die Schweiz rund um den Bodensee führen sollte

Teil der sogenannten "Friedensmenschenkette", die durch Deutschland, Österreich, Liechtenstein und die Schweiz rund um den Bodensee führen sollte

Foto: Felix Kästle / dpa

Mit einer Menschenkette entlang des Bodensees haben am Tag der Deutschen Einheit Tausende Menschen gegen die Corona-Politik demonstriert. Die Resonanz war dabei aber deutlich geringer, als erwartet: Nach Schätzungen der Polizei Konstanz  nahmen 10.000 bis 11.000 Demonstranten an der Menschenkette teil, die an der deutschen Seeseite von Konstanz bis nach Lindau verlaufen sollte. Die Polizei teilte mit, dass die Teilnehmerzahl deutlich unter der der Anmeldung lag - und deutlich unter der Zahl, die für einen lückenlosen "Kettenschluss" nötig gewesen wäre. Alleine für den Raum Konstanz sollen demnach 15.000 Menschen angemeldet gewesen sein.

Die Initiative Querdenken, die hinter der Menschenkette steht, veranstaltet seit Monaten Versammlungen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Nicht nur Corona-Kritiker demonstrieren

Neben der Menschenkette gab es in der Bodensee-Region 17 weitere Demonstrationen. Ein Großteil der Veranstaltungen war allerdings nicht von Kritikern der Gesundheitsmaßnahmen angemeldet worden. Nach Angaben der Stadt traten die Demonstranten mehrheitlich für Themen wie Solidarität, Verantwortung in Zeiten der Corona-Krise und den Kampf gegen Antisemitismus ein.

Einige der angemeldeten Versammlungen fielen mutmaßlich wegen des Regenwetters ganz aus. Nennenswerte Vorkommnisse gab es laut Polizei nicht.

Am Sonntag sollen weitere Veranstaltungen stattfinden. Die Auflagen der Stadt Konstanz an diesem Wochenende sind streng. Um Abstandsregeln sicher zu stellen, müssen die Veranstalter pro 50 Teilnehmer vier Ordner stellen. Zudem sind Reichskriegsflaggen, Kaiserreichsflaggen und Zeichen, die einen deutlichen Bezug zur Zeit oder zu den Verbrechen des Nationalsozialismus haben, verboten.

Die Polizei berichtet, keine verfassungsfeindlichen Symbole gesichtet zu haben.

Mehr als 2500 Neuinfektionen in Deutschland

Am Samstagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut  2563 Neuinfektionen in Deutschland. Die Gesamtzahl der positiv auf Covid-19 Getesteten liegt laut RKI jetzt bei 296.958. Die Zahl der Toten steigt um 19 auf nunmehr 9527. In Europa kamen laut WHO  81.704 Neuinfektionen hinzu, das sind etwas weniger als am Vortag.

bah/dpa/AFP
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