Quick Reaction Force Bundeswehr verdreifacht Zahl der Kampftruppen in Afghanistan

Wegen der angespannten Sicherheitslage in Afghanistan will die Bundeswehr ihre Präsenz im Norden des Landes verstärken. SPIEGEL-Informationen zufolge soll die Zahl der Soldaten in der Schnellen Eingreiftruppe verdreifacht werden.


Hamburg - Bislang waren in der Schnellen Eingreiftruppe der Bundeswehr in Nordafghanistan 200 Soldaten im Einsatz - künftig sollen es deutlich mehr sein. Die Berliner Militärplaner wollen die sogenannte Quick Reaction Force (QRF) nun auf die Stärke eines Bataillons bringen, was den Einsatz von gut 600 Soldaten erfordert.

Deutsche Soldaten in Afghanistan: Künftig mehr
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Hintergrund sind die angespannte Sicherheitslage sowie die geplanten Wahlen, die im kommenden Jahr auch von der QRF abgesichert werden sollen. Die Bundeswehr hatte am 1. Juli die Eingreiftruppe der Norweger abgelöst, die in mehrere schwere Gefechte mit Taliban-Kämpfern verwickelt gewesen war.

Auch ein heikler Auftrag wartet schon: Auf Weisung des amerikanischen Kommandeurs der Isaf-Stabilisierungstruppen sollen afghanische Armee, norwegische Truppen, die QRF und deutsche Einheiten bald eine Winteroffensive gegen Aufständische im Bezirk Ghormach starten. Er gilt als Taliban- Hochburg und gehörte bisher nicht zum regulären Einsatzgebiet der Bundeswehr.

Auf Anregung der Militärs hat Präsident Hamid Karzai den Bezirk aus der Provinz Badghis ausgegliedert. Er gehört künftig zur Nachbarprovinz Faryab, die zum Einsatzraum des deutschen Regionalkommandos zählt. Die Soldaten der verstärkten QRF sollen sich auf Kunduz, Faizabad und Maimana verteilen. In Maimana befindet sich ein Wiederaufbauteam unter norwegischer Leitung. Norwegische Kampftruppen wollen sich zwar künftig um die Sicherheit im nahen Ghormach kümmern, haben dazu aber deutschen Beistand erbeten.

amz



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