Radikaler Umbau USA wollen Militärbasen in Deutschland schließen

Die USA wollen ihre Truppenpräsenz in Europa radikal umbauen und große Stützpunkte in Deutschland aufgeben. Die Pläne sollen jedoch nichts mit der aktuellen Krise der deutsch-amerikanischen Beziehungen zu tun haben, beteuerten US-Politiker.

Washington - Amerikanische Zeitungen berichteten unter Berufung auf US-Kongressabgeordnete, die an der Sicherheitskonferenz in München teilgenommen hatten, von den Plänen des Militärs. Demnach arbeitet der neue Nato-Oberbefehlshaber und Kommandeur der US-Truppen in Europa, General James Jones, an den Plänen zur Umbau der amerikanischen Militärpräsenz. Jones wolle die Zahl der zurzeit rund 100.000 US-Soldaten in Europa senken, berichteten Mitglieder der Kongress-Delegation, die Jones am vergangenen Freitag in Brüssel getroffen hatten.

Jones denke an "Stützpunkte, in denen Material gelagert und eine Rumpfmannschaft stationiert wird", sagte der einflussreiche Senator John McCain der "Washington Post". Die US-Einheiten sollten zudem öfter ausgewechselt werden. Damit könne Geld für Schulen und Wohnraum für Familien gespart werden.

Die Pläne hätten nichts mit der jüngsten Verstimmung zwischen den USA und Deutschland zu tun, betonten die Abgeordneten. Über eine Änderung der Truppenstärke in Europa werde seit dem Ende des Kalten Krieges nachgedacht.

Das US-Außenministerium hatte Berichte in polnischen Medien, dass die USA Stützpunkte aus Deutschland nach Polen verlegen wollten, vor zwei Wochen noch dementiert.