Radio in Dänemark Nazis senden auf Staatskosten

Rechtsextreme, die in Kopenhagen das Horst-Wessel-Lied hören wollen, brauchen seit Jahren nur Radio Oasen einzuschalten. Der kleine Vorortsender wird von Dänemarks nationalsozialistischer Bewegung betrieben - und von der Regierung bezuschusst.


Homepage von Radio Oasen

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Kopenhagen - Wie ein Sprecher des Kulturministeriums in Kopenhagen heute bestätigte, kann der Sender der rechtsextremistischen Partei für 2004 wie in den sechs vorausgegangenen Jahren einen öffentlichen Zuschuss von 78.000 Kronen (10.000 Euro) erwarten. Dies sei unausweichlich, weil jeder nicht verbotene lokale Rundfunksender per Gesetz Anspruch auf Staatsunterstützung habe.

Kulturminister Brian Mikkelsen hatte Anfang des Jahres angekündigt, er werde für die Einstellung der Subventionen an die Neonazis sorgen. Die DNSB verlangt ein "reinrassiges" Dänemark, nimmt an den jährlichen Märschen zum Gedenken an den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess teil und spielt in ihren Rundfunksendungen unter anderem das Horst-Wessel-Lied, die 1927 verfasste Hymne der deutschen Nazis.

Mikkelsen erklärte, er wolle sich weiter um eine veränderte gesetzliche Grundlage bemühen, könne aber keinen Erfolg für das kommende Jahr garantieren. Nazi-Propaganda und die Verwendung nationalsozialistischer Symbole sind in Dänemark nicht grundsätzlich verboten.



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