RAF Bundesanwaltschaft ermittelt wieder gegen Mohnhaupt

Neue Vorwürfe gegen Brigitte Mohnhaupt: Die Bundesanwaltschaft hat nach SPIEGEL-Informationen ein Ermittlungsverfahren gegen die Ex-RAF-Terroristin eingeleitet. Sie könnte 1977 an einem Raubüberfall auf ein Waffengeschäft in Frankfurt beteiligt gewesen sein.

Hamburg - DNA-Analysen des Bundeskriminalamts (BKA) bringen Brigitte Mohnhaupt in Bedrängnis. Die frühere RAF-Terroristin wird verdächtigt, dass sie im Juli 1977 in Frankfurt am Main an einem Raubüberfall auf ein Waffengeschäft beteiligt war. Die Bundesanwaltschaft führt nach SPIEGEL-Informationen seit dem 12. August 2010 ein Ermittlungsverfahren gegen die heute 61-Jährige. Für den Überfall, bei dem die Terroristen damals 19 Handfeuerwaffen erbeuteten, wurde der Ex-RAF-Mann Knut Folkerts 1980 bereits wegen Mordversuchs und Raubüberfalls verurteilt. Das nach Auffassung der Bundesanwaltschaft ebenfalls beteiligte RAF-Mitglied Willy Peter Stoll wurde 1978 beim Versuch der Verhaftung von Polizisten erschossen.

Mohnhaupt, so vermuten die Ermittler, könnte bei dem Raub als Fluchtfahrerin mit von der Partie gewesen sein. In dem als Fluchtauto benutzten Fiat hatten BKA-Beamte 1977 Zigarettenstummel gefunden. Von diesen konnten die Ermittler im vergangenen Sommer drei mittels DNA-Analyse Brigitte Mohnhaupt zuordnen.

Die nach über 24 Jahren Gefängnis im März 2007 entlassene Ex-Terroristin Mohnhaupt war 1985 als "Rädelsführerin der RAF" wegen mehrfachen Mordes zu Lebenslang verurteilt worden. Sie ist mittlerweile Hartz-IV-Empfängerin. Da die Bundesanwaltschaft den Überfall auf den Frankfurter Waffenhändler als versuchten Mord wertet, kann die Tat nicht verjähren.