Nach Veröffentlichung neuer Fotos Fahnder erhalten 50 Hinweise zu Ex-RAF-Terroristen

Seit Jahrzehnten sind die Ex-RAF-Terroristen Staub, Klette und Garweg abgetaucht. Dank neuer Fahndungsfotos hat das Landeskriminalamt Niedersachsen aktuelle Hinweise erhalten.
Burkhard Garweg, Daniela Klette, Ernst-Volker Staub

Burkhard Garweg, Daniela Klette, Ernst-Volker Staub

Foto: LKA Niedersachsen

Bei der Fahndung nach drei früheren Mitgliedern der Roten Armee Fraktion (RAF) sind rund 50 neue Hinweise eingegangen. Das teilte das niedersächsische Landeskriminalamt mit. Die Behörde hatte Anfang Juni neue Fotos von Daniela Klette, 61, veröffentlicht. Diese sind zwar rund 30 Jahre alt; dennoch gab es nun viele neue Hinweise.

Klette soll gemeinsam mit den Ex-Terroristen Ernst-Volker Staub, 65, und Burkhard Garweg, 50, einst Geldtransporter, Kassenbüros und Supermärkte überfallen haben - teils mit schwerer Waffengewalt. Die Terroristen waren vor allem in Norddeutschland aktiv.

Das Trio gehört zur sogenannten dritten Generation der RAF. Sie stehen auch im Verdacht, mehrere Morde begangen zu haben - zum Beispiel an Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen im Jahr 1989 und an Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder im Jahr 1991.

Nach Jahrzehnten im Untergrund gerieten die drei Linksterroristen nach einem Raubüberfall auf einen Geldtransporter im Juni 2016 in Stuhr bei Bremen wieder ins Visier der Polizei. Von den dreien wurden nach der Tat Fingerabdrücke gefunden.

Gefahndet wurde im Anschluss in Norddeutschland, den Niederlanden, in Spanien, Frankreich und in Italien.

Wie hilfreich die neuen Hinweise sind, wollte ein Sprecher des niedersächsischen Landeskriminalamt nicht sagen. "Zu den laufenden Ermittlungen können wir aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben machen."

Die RAF hatte vor allem in den siebziger und achtziger Jahren die Bundesrepublik terrorisiert. 1998 erklärte sie sich für aufgelöst. Insgesamt gehen 34 Morde auf ihr Konto. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie noch aktiv ist. Für Hinweise auf die drei Gesuchten sind Belohnungen in Höhe von 80.000 Euro ausgesetzt.

ssu/dpa