RAF Köhler lehnt Begnadigung von Hogefeld ab

Birgit Hogefeld bleibt in Haft. Bundespräsident Köhler hat eine Begnadigung der früheren RAF-Terroristin abgelehnt. Damit wird die 53-Jährige erst im kommenden Jahr aus dem Gefängnis entlassen.
Ex-RAF-Terroristin Hogefeld: Haftentlassung erst 2011.

Ex-RAF-Terroristin Hogefeld: Haftentlassung erst 2011.

Foto: AP

Birgit Hogefeld

Horst Köhler

Berlin - Die frühere RAF-Terroristin hat vergeblich gehofft. Bundespräsident lehnt ihre Begnadigung ab. Das teilte das Bundespräsidialamt am Montag in Berlin mit. Köhlers Entschluss, von einem Gnadenerweis abzusehen, sei "auf der Grundlage der eingeholten Stellungnahmen und eines persönlichen Gesprächs mit Frau Hogefeld nach Abwägung aller Gesichtspunkte" gefallen, hieß es in der Mitteilung.

Hogefeld war am 29. Juni 1998 vom Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden, unter anderem wegen mehrfachen Mordes und Mordversuches. Das Gericht stellte die besondere Schwere der Schuld fest.

Die Ex-Terroristin ist seit dem 27. Juni 1993 in Haft. Sie war im Bahnhof von Bad Kleinen festgenommen worden. Mit Beschluss vom 18. Juni 2008 setzte das OLG Frankfurt bei einer Prüfung der Frage, ob sie nach 15 Jahren vorzeitig entlassen werden solle, die Dauer der weiteren Vollstreckung auf insgesamt 18 Jahre fest. Hogefeld, die sich zurzeit im offenen Vollzug befindet, wird danach voraussichtlich im Juni 2011, also in rund einem Jahr, aus der Haft entlassen.

Alfred Herrhausen

Detlev Karsten Rohwedder

Die 53-Jährige wird der dritten Generation der Roten-Armee-Fraktion zugerechnet, deren Anschläge in den achtziger Jahren bis heute nicht aufgeklärt sind. Unter den Opfern waren der Chef der Deutschen Bank, , und 1991 der Präsident der Treuhandanstalt, .

als/dpa/APN
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