RAF-Prozess Mohnhaupt soll gegen Becker aussagen

Mit der Befragung von wichtigen früheren RAF-Mitgliedern soll die Rolle der Ex-Terroristin Verena Becker beim Buback-Attentat 1977 aufgeklärt werden: Als Zeugen werden jetzt auch Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts geladen. Doch  sie dürften auch dann die Aussage verweigern.

Stuttgart - In der vergangenen Woche war es der Aussteiger Peter-Jürgen Boock, jetzt sollen weitere wichtige frühere RAF-Mitglieder im Prozess gegen Verena Becker als Zeugen vernommen werden. Nahezu alle Mitglieder der zweiten Generation der Rote-Armee-Fraktion seien vorgeladen, berichteten die "Stuttgarter Nachrichten" mit Verweis auf den Sprecher des Oberlandesgerichts Stuttgart. Sie sollen zur Rolle der Ex-Terroristin beim Mordanschlag auf den damaligen Generalbundesanwalt Buback 1977 befragt werden.

Am 24. März sind demnach Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts als Zeugen vorgesehen. Beide dürften aber auch an diesem Tag keine Aussage machen. Denn bis jetzt haben sie stets zu den Vorgängen geschwiegen, selbst wenn ihnen mit Beugehaft gedroht wurde.

Am 10. März sollen dem Blatt zufolge zudem Günter Sonneberg, Stefan Wisniewski, Rolf Heißler sowie Adelheid Schulz vernommen werden. Sieglinde Hofmann, Rolf Clemens Wagner und Irmgard Möller sollen am 25. März in den Zeugenstand treten. Der frühere Anwalt von Andreas Baader, Siegfried Haag, soll am 31. März vor Gericht erscheinen.

Die Bundesanwaltschaft wirft Becker vor, maßgeblich an der Entscheidung für den Anschlag, an dessen Planung und Vorbereitung sowie der Verbreitung der Bekennerschreiben mitgewirkt zu haben.

Buback und zwei seiner Begleiter waren am 7. April 1977 in Karlsruhe erschossen worden, wobei die tödlichen Schüsse vom Soziussitz eines Motorrads abgefeuert wurden. Welches RAF-Mitglied die Schüsse abgab, ist bis heute ungeklärt.

als/dpa