RAF Polizei entdeckt neue DNA des untergetauchten RAF-Trios

Am 7. Mai überfielen Unbekannte einen Rewe-Supermarkt in Hildesheim. Im Fluchtfahrzeug entdeckte die Polizei nun nach SPIEGEL-Informationen neues DNA-Material. Es stammt von den vor 25 Jahren untergetauchten Ex-RAF-Terroristen.

Alterssimulation des BKA: Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub, Daniela Klette
DPA/ BKA

Alterssimulation des BKA: Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub, Daniela Klette

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In einem dunkelblauen Polo fanden die Ermittler DNA-Material von Ernst-Volker Staub, 61, und einer weiteren Person, bei der es sich um Burkhard Garweg, 47, handeln soll. Nach dem Überfall auf einen Rewe-Markt in Hildesheim, am 7. Mai, waren die maskierten Täter mit dem Kleinwagen geflohen. Die dritte Verdächtige, Daniela Klette, 57, hinterließ nach SPIEGEL-Recherchen offenbar keine genetischen Spuren.

Seit die ausgewerteten DNA-Spuren Anfang der Woche vorlagen, ordnet die Polizei den Überfall von Hildesheim sicher den ehemaligen Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF) zu. DNA-Material hatten die Ermittler bereits nach Raubüberfällen auf Geldtransporter in Wolfsburg (Dezember 2015) und in Stuhr bei Bremen (Juni 2015) sichergestellt. Auf Grund von Indizien und Zeugenaussagen geht die Polizei inzwischen davon aus, dass das RAF-Trio für insgesamt mindestens neun Überfälle auf Geldtransporter und Supermärkte verantwortlich ist.

Den Rewe-Supermarkt im Hildesheimer Industriegebiet hatten zwei der Täter am Samstag, zur Hauptgeschäftszeit gegen 11.30 Uhr betreten. Sie verfolgten den Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma bis in den Kassenraum. Dort bedrohten die maskierten Männer den Mann und Angestellte des Supermarktes mit einer Waffe und forderten Zugang zum Tresor. Weil der Schlüssel fehlte, flohen die Räuber mit der Dienstwaffe des Sicherheitsdienstes, aber ohne Beute.

Seit ein aktuelles Fahndungsfoto vorliegt, das Ernst-Volker Staub zeigen soll, wird es für die vor 25 Jahren untergetauchten ehemaligen RAF-Mitglieder immer schwieriger, sich unentdeckt in Deutschland zu bewegen. Mutmaßungen, die drei könnten sich in den Niederlanden aufhalten, bezeichnet der Sprecher der Verdener Staatsanwaltschaft Lutz Gaebel als "reine Spekulation". Die einzige Spur stammt nach SPIEGEL-Recherchen aus dem Jahr 2012. Vor dem Überfall auf einen Supermarkt in Stade hatten die Täter im nahegelegenen Hamburg ein Fluchtauto gekauft. Die dabei angegebene Handynummer war in einem niederländischen Telefonnetz eingeloggt und wurde dort abgeschaltet.

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