Brinkhaus über Kauders Abwahl "Kein großes Drama"

In TV-Interviews hat der neue Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus über seinen überraschenden Wahlsieg gesprochen. Es sei eine "demokratische Entscheidung" gewesen: "Ich bin da auch mit Merkel ganz fein drüber."
Ralph Brinkhaus

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Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Der neue Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sieht nach eigenen Worten "keinen großen Unterschied" zwischen sich und seinem Vorgänger Volker Kauder. "Deswegen ist das auch kein großes Drama", sagte er im "heute journal" des ZDF mit Blick auf Kauders Abwahl nach 13 Jahren im Amt. "Mittelfristig ist das eine Stärkung der Regierung und der Fraktion."

Zur Forderung aus der Opposition, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) solle nun die Vertrauensfrage stellen, sagte Brinkhaus, das sei "Blödsinn".

Die Unionsfraktion hatte Kauder am Dienstag nach 13 Jahren im Amt abgewählt - gegen den Willen Merkels. Brinkhaus gewann mit 125 zu 112 Stimmen überraschend die Kampfabstimmung, zwei Abgeordnete enthielten sich.

Die Niederlage Kauders gilt auch als Niederlage Merkels . Brinkhaus sieht das eigenen Angaben zufolge anders. Die Kanzlerin sei "überhaupt nicht" beschädigt. Dass sie Kauder unterstützt habe, sei "total anständig, freundschaftlich und loyal" gewesen. Nach 13 Jahren Zusammenarbeit sei das "selbstverständlich".

Er habe den Willen, Merkel "zu unterstützen und die Regierung stark zu machen", sagte Brinkhaus weiter. Ähnlich hatte er sich bereits direkt nach der Wahl geäußert. Auch die Fraktion wolle mit der Kanzlerin weiter und gut zusammenarbeiten, sagte Brinkhaus nun im ZDF. Die Fraktion habe eine "demokratische Entscheidung" getroffen. "Ich bin da auch mit Merkel ganz fein drüber, also insofern passt das schon."

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In den ARD-"Tagesthemen"  fügte Brinkhaus hinzu, das Ergebnis bedeute keine Revolte: "Wir Ostwestfalen neigen nicht zur Revolte, sondern das ist vielleicht eine Reform." Es sei ein normaler Vorgang, dass nach einer gewissen Zeit "auch neue Leute mit neuen Ideen kommen".

Brinkhaus kündigte zudem an, sich um eine gute Zusammenarbeit mit SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles bemühen zu wollen. Schließlich seien sie beide "davon getragen, dass diese Große Koalition ein Erfolg werden soll".

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aar/dpa/AFP