"Rassistischer Unsinn" Grüne und SPD attackieren Sarrazin massiv

Heftige Kritik an den umstrittenen Thesen des Bundesbankers Thilo Sarrazin: Im SPIEGEL kündigen seine Berliner SPD-Genossen an, ihn aus der Partei ausschließen zu wollen, Grünen-Politiker Tarek Al-Wazir bezeichnet das Buch des Ex-Finanzsenators gar als "rassistischen Unsinn".

Die Thesen zur Einwanderungspolitik des SPD-Politikers und Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin haben heftige Kritik in seiner eigenen Partei ausgelöst. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte dem SPIEGEL über seinen Parteifreund: "Thilo driftet derzeit ab. Er hatte immer eine Vorliebe für Statistiken. Aber er nutzt in der Integrationsdebatte nur jene, die ihm ins Feindbild passen." Körting rechnet im Übrigen mit Anzeigen gegen Sarrazin wegen Volksverhetzung. Sarrazins umstrittenes Buch "Deutschland schafft sich ab", aus dem der SPIEGEL in der vergangenen Woche Auszüge gedruckt hatte, wird an diesem Montag in Berlin offiziell vorgestellt.

Der Autor kritisiert darin die angebliche Unfähigkeit und Unwilligkeit muslimischer Einwanderer, sich in Deutschland zu integrieren. Der Chef von Sarrazins Berliner Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf, Christian Gaebler, sagte dem SPIEGEL: "Das Maß ist voll. Für den Fall, dass Herr Sarrazin nicht freiwillig aus der SPD austritt, bereiten wir ein Parteiausschlussverfahren vor." Gaebler weiter: "Wir werden sein Buch genau analysieren und darüber bei unserer nächsten Landesvorstandssitzung am 6. September beraten."

Tarek Al-Wazir, Landes- und Fraktionsvorsitzender der hessischen Grünen, nennt in einem Beitrag für den SPIEGEL Sarrazins Buch "rassistischen Unsinn", geschrieben von einem "zornigen alten Mann".

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