Vorbild Schweden FDP will Rauchverbot in der Öffentlichkeit ausweiten

In Schweden wurde das öffentliche Rauchverbot gerade erst verschärft. Die FDP wünscht sich, dass Deutschland nachzieht, zum Beispiel an Bushaltestellen.

Ein Raucher hält eine brennende Zigarette in seiner Hand
Regi Varghese/DPA

Ein Raucher hält eine brennende Zigarette in seiner Hand


Die FDP fordert einem Medienbericht zufolge ein weitgehendes Rauchverbot in der Öffentlichkeit. "Rauchen muss überall dort verboten sein, wo Menschen nicht oder nur schwer ausweichen können: Öffentliche Spielplätze, Bushaltestellen oder Bahnsteige", sagte der drogenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Wieland Schinnenburg, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Hintergrund der Forderung ist die Verschärfung des öffentlichen Rauchverbotes in Schweden. Nach dem bereits bestehenden Verbot für Gastronomiebetriebe ist es seit dem 1. Juli nun auch verboten, vor Bars oder Restaurants zu rauchen.

Soweit würde FDP-Politiker Schinnenburg in Deutschland allerdings nicht gehen. "Es ist nicht sinnvoll, das Rauchen vor Gaststätten zu verbieten. Dorthin muss niemand gehen und wir wollen ja gerade, dass in den Gaststätten nicht geraucht wird", sagte er dem RND. Wo man dem Rauch aber nicht ausweichen könne, müsse die Belästigung untersagt werden.

AfD-Sprecher: "Verbote führen meist dazu, dass sie unterlaufen werden"

Auch die Grünen sehen Schweden als Vorbild. "Deutschland kann von Schweden lernen, wie der Schutz vor dem Passivrauchen verbessert werden kann", sagte Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin der Grünen für Drogenpolitik, dem RND. "Klare Raucherzonen in den Außenbereichen von öffentlichen Gebäuden, Kneipen und Restaurants und vor allem am Arbeitsplatz geben Sicherheit und tragen zum Gesundheitsschutz bei." Wichtig sei aber vor allem, endlich ein generelles Tabakwerbeverbot durchzusetzen, wie es in anderen EU-Ländern bereits gelte.

Für die Linkspartei hat das Tabakwerbeverbot jetzt oberste Priorität. "Wir sollten Schritt für Schritt vorgehen", sagte der Bundestagsabgeordnete Harald Weinberg. "Zuerst ein Werbeverbot für Tabakprodukte, dann können wir weitere Maßnahmen ergreifen."

Die AfD lehnt eine Ausweitung des Rauchverbotes ab. "Verbote führen meist dazu, dass sie unterlaufen werden", sagte der gesundheitspolitische Sprecher Axel Gehrke dem RND. Der Schutz vor Passivrauchen sei allerdings wichtig.

aev/AFP



insgesamt 84 Beiträge
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sapiens-1 04.07.2019
1. Ausgerechnet die FDP?
Die sonst die Grünen immer als Verbotspartei beschimpft, sich selbst als Fackel der Freiheit sieht, den Egoismus argumentativ mit allen Mitteln unterfüttert, will was "gemeinnütziges" tun? Nicht zu glauben, das geht ja schon deshalb nicht, weil die armen Zigarettenproduzenten sonst nicht genug Gewinne einfahren können und den Ärzten jeden Menge Patienten fehlen. Sowas Vernünftiges kann doch nicht von der FDP unterstützt werden...
fahrgast07 04.07.2019
2. FDP und Verbote...
Nanu? Hat nicht die FDP in Bayern das Rauchverbot bekämpft, und wollte uns einreden, giftiger Qualm sei "Freiheit"? Gut dass sie jetzt das richtige tut. Freiheit ist ein qualmfreies Leben!
hellas16 04.07.2019
3. Noch mehr Vorschriften?
Niemand raucht freiwillig neben einem überzeugten Nichtraucher, auch nicht am Bahnsteig oder der Bushaltestelle. Rücksicht lässt sich nicht gesetzlich regeln. Vor ein paar Jahren hat die FDP bei der hessischen Landtagswahl die Stimmen Tausender Raucher mit dem Argument der persönlichen Freiheit eingesammelt - auch meine! Schon vergessen? Wahrscheinlich haben wir noch nicht genug Gängelung der Menschen durch bürokratische Vorschriften.
GoaSkin 04.07.2019
4. so etwas nennt man liberal
Ständig die Grünen als Verbotspartei beschimpfen und sich dann selbst für Verbote einsetzen? Wahrscheinlich glaubt die FDP, von den Grünen nun ein Erfolgsrezept kopieren zu können.
yvowald@freenet.de 04.07.2019
5. Rauchverbote strikt durchsetzen
Nicht nur an Bushaltestellen sollte es ein striktes Rauchverbot geben, sondern auch im Nahbereich von Kliniken. Es ist doch ungeheuerlich, wenn vor den Eingängen von Krankenhäusern massiv geraucht wird . Weder Patientinnen bzw. Patienten noch das Klinikpersonal sollte es gestattet sein, im Zufahrts- oder Eingangsbereich von Kliniken zu rauchen. Das sollte sich doch eigentlich leicht durchsetzen lassen, sogar ohne Mithilfe der FDP, oder?
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