Razzia gegen rechtsextremes Terrornetz Russland bestreitet Verbindung zu »Reichsbürgern«

Die von der Polizei gestoppte »Reichsbürger«-Gruppe wollte nach einem gewaltsamen Umsturz offenbar mit dem Kreml verhandeln. Die russische Botschaft will davon nichts wissen.
Russische Botschaft in Berlin (Archivbild): »Keine Kontakte zu Vertretern terroristischer Gruppen«

Russische Botschaft in Berlin (Archivbild): »Keine Kontakte zu Vertretern terroristischer Gruppen«

Foto: Britta Pedersen/ picture alliance / dpa

Die russische Botschaft in Berlin hat nach der bundesweiten Razzia gegen eine Gruppe aus der rechtsextremen »Reichsbürger«-Szene jegliche Verbindungen zu solchen Gruppen in Deutschland zurückgewiesen.

Die »russischen diplomatischen und konsularischen Büros in Deutschland unterhalten keine Kontakte zu Vertretern terroristischer Gruppen oder anderen illegalen Einheiten«, zitierten russische Nachrichtenagenturen eine Erklärung der Botschaft.

Bei der bundesweiten Razzia waren nach Angaben der Bundesanwaltschaft zunächst 25 mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer einer terroristischen Vereinigung festgenommen worden. Sie sollen einen Umsturz des politischen Systems geplant haben. Unter den Festgenommenen ist auch eine mutmaßliche Unterstützerin aus Russland. Alle Hintergründe zu dem Fall lesen Sie hier .

Kontakte nach Russland

Nach einem gewaltsamen Umsturz wollte die Gruppe den Ermittlungen zufolge eine eigene Regierung einsetzen, an deren Spitze der als Gefährder eingestufte Heinrich XIII. Prinz Reuß gestanden hätte. Dieses Gremium hätte nach Vorstellungen der Verschwörer mit Russland außenpolitische Verhandlungen geführt. Wohl zu diesem Zweck nahm Prinz Reuß über seine Lebensgefährtin Vitalia B., 39, bereits Kontakt zu russischen Stellen auf. Allerdings fanden die Ermittler keine Hinweise darauf, dass diese Stellen auf Prinz Reuß’ Avancen eingegangen wären.

Nach Erkenntnissen der Ermittler planten die Beschuldigten um Prinz Reuß seit November 2021 einen bewaffneten Angriff auf den Bundestag sowie die Festnahme von Politikern. Offenbar gingen die Männer und Frauen davon aus, dass daraufhin Unruhen in Deutschland ausbrechen würden. In ihrer Vorstellung hätten sich sodann Teile der Sicherheitskräfte solidarisch mit der Terrorgruppe gezeigt, woraufhin es zu einem »Umsturz« gekommen wäre. Allerdings verstrichen nach SPIEGEL-Informationen mehrere Tage, an denen die Gruppe eigentlich hatte losschlagen wollen, ohne dass sie militante Aktionen unternahm.

ptz/AFP
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