Razzia in Süddeutschland Drei mutmaßliche Terroristen festgenommen

Bei Razzien in München, Nürnberg und Brühl sind heute drei Iraker festgenommen worden. Sie sollen Mitglieder der Terrororganisation Ansar-e Islam sein.


Karlsruhe - Die drei in Nürnberg, München und Bühl wohnenden Männer im Alter zwischen 33 und 43 Jahren hätten Ansar-e Islam mit Geld unterstützt, teilte die Bundesanwaltschaft mit. In den frühen Morgenstunden werden im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die drei und gegen elf weitere mutmaßliche Unterstützer 24 Objekte durchsucht.

Beteiligt sind Einsatzkräfte des Bundeskriminalamts (BKA) sowie die Landeskriminalämter Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die Ermittlungen hätten keine Anhaltspunkte für mögliche terroristische Anschläge in Deutschland ergeben, hieß es weiter.

Die Bundesanwaltschaft ermittelte in den vergangenen Monaten bereits wiederholt gegen mutmaßliche Unterstützer von Ansar-e Islam, die von Deutschland aus der Gruppe geholfen haben sollen. Die Mitglieder der im September 2001 im Nordirak gegründeten Organisation sind laut Bundesanwaltschaft radikal-islamistische Kurden, die sich mit Gewalt für die Errichtung eines islamistischen Gottesstaates nach dem Vorbild des früheren Taliban-Regimes in Afghanistan einsetzen.

Die Gruppe bekämpfte zunächst die im Nordirak ansässigen kurdischen Vereinigungen. Seit dem Ende des Irakkriegs sind vor allem die US-Truppen und ihre Verbündeten sowie humanitäre Hilfskräfte das Ziel von Anschlägen der Ansar-e Islam.



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