Reaktion auf Scharpings Wasserspiele "Scharping weiß, was die Frauen wollen"

Nicht nur im Parlament verbreitete sich die "Bunte"-Story wie ein Lauffeuer. Auch in den Kasernen und Redaktionsstuben wird kräftig über den Minister und seine Gräfin getratscht.

Im Innenteil der "Bild"-Zeitung bekommt der Minister Streicheleinheiten - diesmal von den Untergebenen. Sechs Soldatinnen und Soldaten dürfen dort sagen, was sie von ihrem Chef halten - alles unter der großen Überschrift "Scharping weiß, was die Frauen wollen." Soldaten wie der 20-jährige Sebastian Thor sind überrascht, dass Scharping "richtig rangeht", und ein Kollege gönnt den beiden ihr Glück. Nur zwei der Uniformierten merken an, dass Scharping seine Liebe nicht in die Öffentlichkeit tragen sollte.

"Wir hatten eine wunderschöne Zeit"

In München sind die "Bunte"-Macher hoch erfreut über den Erfolg der Geschichte. Trotzdem will der Autor Paul Sahner weder zu der Story selbst, noch zu den Reaktionen etwas sagen - alles in Absprache mit der Chefredaktion. "Ich kann nur sagen, dass der Minister genau wusste, was wir schreiben und alles autorisiert hat", gibt sich Sahner ungewohnt kurz angebunden. Offenbar sind sich die Blattmacher um Chefin Patricia Riekel mittlerweile des merkwürdigen Beigeschmacks der Lovestory bewusst.

Autor Sahner fügt lediglich hinzu, dass man freilich niemanden zu einer solchen Geschichte zwingen könne und dass er sowohl zu der Gräfin als auch zum Minister "sehr gute Kontakte" pflege. Und dann doch noch ein Wort zu den gemeinsamen Tagen auf Mallorca: "Wir hatten eine wunderschöne Zeit."

Die Soldaten gehen nach Mazedonien, Scharping fliegt zurück zur Gräfin

Der Minister selber schweigt zu der Diskussion um die ganze Geschichte. Am Mittwoch flog er zwar für die Kabinettssitzung zum Mazedonieneinsatz kurz nach Berlin ein. Doch schon kurz nachdem die Regierung den Einsatz seiner Männer auf dem Balkan genehmigt hatte, saß Scharping schon wieder im Flieger gen Süden zu seiner Gräfin. Die anschließende Pressekonferenz bestritt Kanzler Schröder allein.

"Ich will nicht, dass das private Glück zu einer öffentlichen Schau verkitscht wird", hat Rudolf Scharping einmal gesagt. Mit der "Bunte"-Geschichte hat er genau das betrieben. Wohlgemerkt nicht auf Befehl.

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