Reaktionen auf Köhler-Wahl Schwarz-Gelb sieht sich gestärkt

Union und FDP sind zufrieden: Nach dem Sieg von Horst Köhler bei der Bundespräsidentenwahl gleich im ersten Wahlgang zeigt sich das bürgerliche Lager erleichtert - und wertet das gleich auch als Zeichen für die anstehende Bundestagswahl.


Hamburg - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach Köhler ihre Glückwünsche aus. Sie freue sich sehr, dass er bereits im ersten Wahlgang gewählt worden sei. Köhler sei der Präsident, den Deutschland jetzt brauche. Sie verwies darauf, dass Union und FDP sich gemeinsam für eine Wiederwahl Köhlers ausgesprochen haben und unterstrich den Anspruch, mit den Liberalen nach der nächsten Bundestagswahl eine Koalition einzugehen. "Es zeigt sich heute, dass wir das, was wir wollten, geschafft haben, gemeinsam und nicht alleine."

FDP-Chef Guido Westerwelle sagte, die Wahl Köhlers sei eine vorzügliche Nachricht für Deutschland. Er sei froh, dass die Wahl schon im ersten Wahlgang gelungen sei. "Das ist ein schöner Tag für die Demokratie", sagte Westerwelle. Er zeigte sich erleichtert, dass es der SPD und der Linken nicht gelungen sei, Köhler aus dem Amt zu wählen.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) betonte, Union und FDP hätten mit der Wahl Köhlers ein Ziel erreicht und fügte mit Blick auf die Bundestagswahl hinzu: "Jetzt kommt ein weiteres Ziel." Die Botschaft heute sei angesichts des Ziels einer schwarz-gelben Koalition: "Wir können es miteinander packen, miteinander schaffen. Das gibt natürlich emotional Auftrieb."

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering gratulierte Köhler, zeigte aber auch Respekt vor der SPD-Kandidatin Schwan. "Es bleibt ihr Verdienst, mit ihrem Engagement in den vergangenen Monaten die öffentliche Debatte vorangebracht zu haben." Diese Wahl habe mit der Bundestagswahl im September nichts zu tun. Über die Abweichler im Lager der Schwan-Unterstützer - SPD und Grüne kommen eigentlich auf 513 Stimmen, aber nur 503 Stimmen entfielen auf Schwan - habe er keine Erkenntnisse.

CSU-Chef Horst Seehofer sprach von einem "klaren Signal für Schwarz-Gelb". CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer erwartet nach der Wiederwahl Köhlers in den nächsten Monaten einen psychologischen Schub für Union und FDP. Es sei wichtig, dass das bürgerliche Lager Köhler im ersten Wahlgang gewählt habe. Das Ergebnis sei ein "Tiefschlag" für die SPD.

ler/dpa



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