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09. Februar 2013, 15:03 Uhr

Reaktionen auf Schavan-Rücktritt

"Für Merkel hätte das Jahr nicht schlechter beginnen können"

Politiker aller Parteien haben den Rücktritt von Annette Schavan kommentiert. Die FDP bedauerte die Entscheidung, der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann, spricht dagegen von einem "Akt der politischen Konsequenz". Die Reaktionen im Überblick.

Berlin - Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann, hat den Rücktritt von Annette Schavan als zwangsläufig bezeichnet. "Es ist tragisch, dass die politische Karriere von Schavan so endet. Aber: Der Rücktritt ist ein Akt der politischen Konsequenz", sagte der Sozialdemokrat. Das "volle Vertrauen" von Merkel habe "offensichtlich nicht einmal vier Tage gehalten". Oppermanns Fazit: "Für Frau Merkel hätte dieses Jahr nicht schlechter beginnen können."

Annette Schavan war am Samstagnachmittag von ihrem Amt als Bildungsministerin zurückgetreten. Damit zog die CDU-Politikerin die Konsequenz aus dem Skandal um die Aberkennung ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf am vergangenen Dienstag.

Die FDP bedauerte den Rücktritt von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). "Wir respektieren selbstverständlich diese Entscheidung und bedauern, dass die hervorragende und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der FDP-Bundestagsfraktion und mir persönlich keine Fortsetzung erfährt", sagte FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle.

Auch FDP-Chef Philipp Rösler bezeichnete den Rücktritt als bedauerlich. "Die FDP hat großen Respekt vor der Entscheidung von Annette Schavan zurückzutreten. Wir Liberale haben mit Annette Schavan in der Bildungspolitik hervorragend zusammengearbeitet und sind ihr dafür dankbar."

Schavan will auch nach der Bundestagswahl im September Abgeordnete bleiben. "Sie hat mir versichert, dass sie ihre Kandidatur wahrnimmt", sagte der CDU-Kreisvorsitzende von Alb-Donau/Ulm, Paul Glökler. Bevor die Universität Düsseldorf Schavan den Doktortitel aberkannte, hatte der Kreisverband die 57-Jährige Ende Januar mit 96 Prozent der Stimmen nominiert. "Da war alles einkalkuliert. Auch eine Entwicklung wie die heutige war erwartbar", sagte der Fraktionsvorsitzende der Ulmer CDU, Thomas Kienle.

Baden-Württembergs CDU-Chef Thomas Strobl sicherte Schavan seine Unterstützung zu. "Es ist nachvollziehbar, dass Frau Schavan sich nun ganz auf ihre juristische Auseinandersetzung mit der Universität Düsseldorf konzentrieren möchte und deshalb respektieren wir ihre Entscheidung, ihr Amt als Bundesministerin für Bildung und Forschung niederzulegen", sagte Strobl.

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