Reaktionen Blankes Entsetzen bei Atomkraftgegnern

Der Tod eines Atomkraftgegners während einer Protestaktion gegen den Castor-Transport hat in Deutschland Entsetzen ausgelöst. Die Grünen mahnten Demonstranten zur Vorsicht.


Spontane Trauerfeier in Langendorf nahe Gorleben
REUTERS

Spontane Trauerfeier in Langendorf nahe Gorleben

Hamburg - "Wir sind total schockiert", sagte Francis Althoff, Sprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg (BI). Es sei nicht nachvollziehbar, dass es zu einem solchen Unglück kommen konnte. Schließlich fliege in Frankreich ein Hubschrauber vor dem Castortransport her.

Mehrere hundert Castor-Gegner versammelten sich im niedersächsischen Hitzacker zu einer Gedenkveranstaltung. Versehen mit Kerzen und Laternen forderten sie die "Stilllegung aller Atomanlagen weltweit". Landwirte aus der Region nahmen mit ihren Traktoren an der Kundgebung teil, die friedlich verlief.

Auch in Südwestdeutschland reagierten Atomkraftgegner mit Trauermahnwachen auf den tödlichen Unfall von Avricourt. Gedenkveranstaltungen für den Toten waren unter anderem in Wörth und am Karlsruher Hauptbahnhof geplant.

Der Parteivorstand der Grünen hat mit Erschrecken und Bedauern auf den Tod eines 23-jährigen Atomkraftgegners reagiert. Die Grünen erwarteten, dass die Verantwortlichkeit lückenlos aufgeklärt werde, sagte eine Sprecherin in Berlin. Der Vorstand rief die Demonstranten auf, "jegliche Selbstgefährdung zu vermeiden".



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