Reaktionen Jubel bei SPD und CDU


Die Bundes-CDU hat das Ergebnis der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz überwiegend positiv bewertet. CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer sprach von einem "Superergebnis" für die CDU in Baden-Württemberg.

Meyer kündigte eine Fortsetzung der Patriotismusdebatte an. Sie habe bereits bei den Wahlen die eigenen Anhänger mobilisiert. Insgesamt würde es dem "Vaterland" gut tun, wenn die Deutschen mit mehr "gesundem Selbstbewusstsein auftreten würden".

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat sich "sehr, sehr zufrieden" mit dem Wahlergebnis in Baden-Württemberg gezeigt. "Das ist ein Zugewinn, der vor nicht allzu vielen Wochen nicht für möglich gehalten wurde", sagte Merkel in der ARD. Sie freue sich auch darüber, dass die Republikaner raus seien. "Alle haben kapiert, dass der Wähler eine geschlossene Formation haben will." Die CDU habe gezeigt, dass sie "kämpfen kann und die Nerven behalten hat". Das Ergebnis sei auch ein "wichtiger Trend für den Bund" und sei insgesamt ausbaufähig.

Die Spitzenkandidatin der baden-württembergischen SPD, Ute Vogt, bezeichnete im ZDF das Ergebnis ihrer Partei als "fantastische Startposition, auf der wir aufbauen können". Es habe eine deutliche Zunahme des Stimmenanteils der SPD gegeben. "Wir werden nun Berlin den Rückenwind zurückgeben, den wir bekommen haben."

Die SPD hat nach Auffassung ihres Generalsekretärs Franz Müntefering in Baden-Württemberg deutlich aufgeholt. Die baden-württembergische Spitzenkandidatin Ute Vogt habe eine Aufholjagd begonnen und ein tolles Ergebnis erzielt. Die SPD sei aus dem Keller in die erste Etage umgezogen.

Der baden-württembergische FDP-Landesvorsitzende Walter Döring hat sich enttäuscht über das verpasste zweistellige Wahlergebnis seiner Partei in Baden-Württemberg geäußert. "Wir haben uns mehr ausgerechnet", sagte der Wirtschaftsminister und fügte hinzu: "Es wäre schöner gewesen, wenn wir das letzte Ergebnis erreicht hätten." Trotzdem habe die FDP in ihrem Stammland "womöglich zwei von drei Wahlzielen" erreicht, nämlich in der Regierung zu bleiben und drittstärkste Fraktion zu werden.

Die Grünen in Baden-Württemberg führen ihre Verluste bei der Landtagswahl auf die Nationalstolzdebatte zurück. "Die Debatte hat der CDU einen enormen Stimmenzulauf gebracht", sagte die Landesvorsitzende der Grünen, Monika Schnaitmann. Das Abschneiden der Grünen sei "das Eingeständnis einer Wahlniederlage", sagte Schnaitmann. Außerdem seien viele Wähler zurück zur SPD gegangen. Das Ergebnis sei jedoch keine Kritik an der rot-grünen Bundesregierung: "Die SPD hat ja offenbar deutlich zugelegt."

Die FDP hat nach den Worten ihres Generalsekretärs Guido Westerwelle bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zwei von drei Wahlzielen erreicht. Sie haben ihre Regierungsbeteiligungen in beiden Ländern behalten und auch die Grünen überrundet, sagte Westerwelle.

Allerdings habe sie es nicht geschafft, bei den Stimmen zuzulegen, sondern leichte Verluste erlitten. Sie habe aber in Baden-Württemberg das zweitbeste Ergebnis seit 20 Jahren und in Rheinland-Pfalz seit 30 Jahren errungen. Damit habe sich die FDP klar als dritte Kraft der Parteienlandschaft in Deutschland erwiesen.

Die bayerische CSU sieht durch das "gute Ergebnis" der Schwesterpartei in Baden-Württemberg die "Südschiene" gestärkt. CSU-Generalsekretär Thomas Goppel sagte in einer ersten Reaktion, die "umstrittene Mitte" sei wieder bei der Union angelangt.

Das Abschneiden der Republikaner zeige, dass es rechts von der Union keine ernst zu nehmende Partei mehr gebe. Die Grünen hätten dank der Äußerungen von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) "kräftig eine mitgekriegt". Die FDP habe ihr Ziel weder in Baden- Württemberg noch in Rheinland-Pfalz erreicht. Aus der "18-Prozent- Partei" sei eine 18-Personen-Partei" geworden.

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ulrich Maurer, hat das Abschneiden der Sozialdemokraten bei der Landtagswahl als "hervorragend" bezeichnet. "Dank einer tollen Spitzenkandidatin und eines professionell geführten Wahlkampfes hat es zum ersten Mal seit fast 30 Jahren wieder Zuwächse für die SPD gegeben, und dies in einem für uns tollen Ausmaß", sagte Maurer. Seine Partei habe "alles getan, um einen Regierungswechsel möglich zu machen".

Die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan sprach von einer "riesengroßen Bestätigung" für Ministerpräsident Erwin Teufel. Die CDU-Politikerin sagte im ZDF, der voraussichtliche Wahlsieg sei durch eine gute Landespolitik und einen überzeugenden Wahlkampf erzielt worden.

Der ehemalige Bundesverkehrsminister und baden- württembergische CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Wissmann (CDU) sprach von einem grandiosen Erfolg seiner Partei. Die Arbeit von Erwin Teufel sei damit bestätigt worden. Sollten die Republikaner aus dem Landtag herausgewählt werden, würde dies den Erfolg vervollständigen.



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