Staatsbesuch im September Steinmeier wird Erdogan mit militärischen Ehren begrüßen

Jetzt ist es offiziell: Der türkische Autokrat Erdogan wird im September Bundespräsident Steinmeier und Kanzlerin Merkel in Berlin treffen. An den Plänen gibt es Kritik.
Recep Tayyip Erdogan

Recep Tayyip Erdogan

Foto: OZAN KOSE/ AFP

Staatsbankett, militärische Ehren, Empfang beim Bundespräsidenten: Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kommt am 28. und 29. September zu einem Staatsbesuch nach Berlin. Das hat das Bundespräsidialamt bestätigt.

Demnach wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Erdogan mit militärischen Ehren begrüßen. Am Abend des ersten Tages ist, entsprechend dem üblichen Zeremoniell, ein Bankett vorgesehen.

Auch mit Kanzlerin Angela Merkel wird der türkische Präsident zusammentreffen. Über Einzelheiten des Programms werde derzeit noch "in enger Abstimmung" zwischen beiden Seiten gesprochen. Steinmeier hatte Erdogan nach dessen Wiederwahl zu einem Besuch in Deutschland eingeladen.

Vor einer Woche hatten Medienberichte über einen möglichen Besuch für Aufregung gesorgt - besonders bei den Grünen und der AfD: Der Grünen-Politiker Cem Özdemir sagte, Erdogan sei "kein normaler Präsident in einer Demokratie" und solle deshalb auch nicht so empfangen werden.

Maas will kritische Themen ansprechen

In die Schlagzeilen geriet der türkische Präsident zuletzt im Zuge der Debatte über den aus der deutschen Nationalmannschaft ausgeschiedenen Fußballer Mesut Özil. Dieser hatte sich im Mai in London mit Erdogan getroffen, was zu massiver Kritik in Deutschland führte, wegen der Özil schließlich zurücktrat. Erdogan begrüßte den Schritt des Fußballers.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte schon vor einigen Tagen angekündigt, die Bundesregierung werde bei dem Besuch auch konfliktreiche Themen ansprechen, etwa die Lage inhaftierter deutscher Staatsbürger in der Türkei. Die kurdische Gemeinde in Berlin will vor dem Brandenburger Tor gegen Erdogan demonstrieren.

Erdogan war zwar schon mehrmals - zuletzt 2014 - zu offiziellen Besuchen in Berlin. Die September-Visite wäre aber sein erster Besuch seit der Übernahme des Präsidentenamts vor vier Jahren.

mho/dpa
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