Anklage Rechtsextreme planten Anschläge auf Flüchtlingsheime

Vier Rechtsextreme müssen sich in Bamberg vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Männern und einer Frau vor, Anschläge auf Flüchtlingsheime geplant zu haben.

Waffen und verbotenes Propagandamaterial in Bamberg
DPA

Waffen und verbotenes Propagandamaterial in Bamberg


Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat Anklage gegen drei Männer und eine Frau aus dem rechtsextremen Spektrum wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung erhoben. Die Beschuldigten im Alter zwischen 22 und 37 Jahren sollen eine Untergruppe der inzwischen verbotenen rechten "Weiße Wölfe Terrorcrew" in Bamberg gegründet haben, wie Behördensprecher Christopher Rosenbusch sagte. Sie sollen Anschläge auf Flüchtlingsheime geplant haben.

Zuerst hatten die "Nürnberger Nachrichten" darüber berichtet. Gegen neun weitere Verdächtige wird noch ermittelt.

Bei einer Razzia im Oktober 2015 hatte die Polizei zwölf Wohnungen in Ober- und Mittelfranken durchsucht und dabei Schusswaffen mit Munition, verbotene pyrotechnische Gegenstände, Baseballschläger, Stichwaffen und rechtes Propagandamaterial sichergestellt.

Verbindungen zur Hooligan-Szene

Die Staatsanwaltschaft schätzt die Beteiligten als gewalttätig und gefährlich ein. Sie sei von "rechtsextremem Gedankengut und dem Kampf gegen linke Gruppen, Ausländer und Asylbewerber geprägt". Der Gruppe wird zudem ein Anschlag auf einen Treff von Mitgliedern des linken Spektrums im vergangenen Jahr in Bamberg vorgeworfen.

Einige der damals Festgenommenen waren in der Partei "Die Rechte" organisiert. Zudem gehörte eine der durchsuchten Wohnungen in Nürnberg einem Mann, der eine Veranstaltung des Pegida-Ablegers Nügida angemeldet hatte. Außerdem sollen die Verdächtigen Verbindungen zur überregionalen Hooligan-Szene haben.

Die drei angeklagten Männer sind in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl gegen die Frau wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

cte/dpa



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