Rechtsextreme Parteien NPD und DVU wollen bis Jahresende fusionieren

Der Zusammenschluss der beiden rechstextremen Parteien NPD und DVU rückt offenbar näher. Der schwer angeschlagenen DVU könnten eine Million Euro Schulden erlassen werden - die Verbindlichkeiten waren bislang das größte Problem auf dem Weg zur Fusion.
NPD-Chef Voigt (l.), DVU-Chef Faust: Zusammenschluss geplant

NPD-Chef Voigt (l.), DVU-Chef Faust: Zusammenschluss geplant

Foto: David Ebener/ dpa

NPD

Berlin - Der Verfassungsschutz schätzte die Chancen noch im Sommer als gering ein, doch nun sind und DVU bei ihrer geplanten Fusion offenbar einen entscheidenden Schritt vorangekommen. "Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren", sagte NPD-Sprecher Klaus Beier am Freitag in Berlin. Ein entsprechender Verschmelzungsvertrag sei bereits angefertigt und vom NPD-Vorstand im August bestätigt worden. Die Entscheidung für die DVU treffe deren Vorstand an diesem Wochenende, sagte der Sprecher weiter. "Wenn alles nach Plan läuft, wird die Fusion zum Jahreswechsel abgeschlossen sein."

Laut "Weser-Kurier" werde der geplante Zusammenschluss nur möglich, weil der frühere DVU-Vorsitzende Gerhard Frey auf Forderungen von rund einer Million Euro verzichte. Wegen der hohen Schulden hatte der Verfassungsschutz der geplanten Fusion kaum Chancen eingeräumt.

Die DVU gilt als schwer angeschlagen. Ihr Vorsitzender Matthias Faust wurde wegen der Fusionspläne in der eigenen Partei scharf angegriffen und sollte sogar ausgeschlossen werden.

Doch die rund 7000 NPD-Mitglieder sowie die etwa 4500 DVU-Anhänger hätten sich bereits jeweils mit deutlichen Mehrheiten für die Fusion ausgesprochen, behauptete NPD-Sprecher Beier nun. Welchen Namen die künftige Partei tragen werde, stehe noch nicht fest. "In der NPD gibt es jedoch eine klare Mehrheit, den Namen beizubehalten."

hut/dpa
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