Rechtsextremer Überfall Polizei lobt Belohnung für Aufklärung von Hakenkreuz-Schnitten aus

Schweigen in Mittweida: Nach dem brutalen Neonazi-Überfall in Mittweida hat sich noch kein Zeuge bei der Polizei gemeldet - obwohl mehrere Menschen die Attacke beobachtet haben sollen. Nun haben die Ermittler eine Belohnung ausgelobt.


Chemnitz – 5000 Euro Belohnung hat die Polizei für Zeugen ausgesetzt, die Hinweise zu der rechtsextremen Attacke von vier Männern auf eine junge Frau im sächsischen Mittweida von Anfang November geben können. Derzeit habe sich aber noch kein Zeuge gemeldet, der zur Aufklärung der Straftat hätte beitragen können, sagte eine Polizeisprecherin heute in Chemnitz. Bis jetzt lägen nur zwei Phantombilder vor, die nach den Angaben der überfallenen 17-Jährigen angefertigt worden seien.

Die vier Männer hatten die junge Frau überfallen, nachdem diese zuvor einem kleinen Spätaussiedlermädchen zu Hilfe geeilt war, das von den Rechtsextremisten herumgeschubst worden war. Daraufhin hatten die vier Männer sie zu Boden geworfen und ihr mit einem skalpellähnlichen Gegenstand ein Hakenkreuz in die Hüfte geschnitten. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

In der Vergangenheit hatte es schon mehrfach Gewalttaten mit rechtsextremistischem Hintergrund in Mittweida gegeben. Innenminister Albrecht Buttolo hatte erst im April dieses Jahres die als rechtsextremistisch eingestufte Kameradschaft "Sturm 34" im Raum Mittweida verboten.

Wie die "Leipziger Volkszeitung" berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Dresden Vorermittlungen gegen den rechtsextremistischen NPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Gansel wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet. Es gehe außerdem um die Verunglimpfung des Staates, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Schär dem Blatt. Gansel soll unter anderem mit antisemitischen Hetzparolen gegen den Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg, Arno Hamburger, vorgegangen sein.

phw/AP



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