Rechtsextremismus Brutaler Überfall auf Mann aus Sierra Leone

Mehrere Männer haben einen 30-Jährigen aus Sierra Leone auf einem Bahnhof in Brandenburg überfallen und auf die Gleise gestoßen. Die Täter übergossen den Afrikaner mit Bier und bewarfen ihn mit einer Flasche.


Potsdam - Wie die Polizei in Potsdam mitteilte, beschimpften mehrere junge Männer den 30-Jährigen auf dem Bahnhof im brandenburgischen Ludwigsfelde als "Scheiß Nigger". Die Täter übergossen den Schwarzafrikaner mit Bier und hinderten ihn daran, einen Zug zu besteigen. Ferner soll der Angegriffene nach Weiterfahrt des Zuges aufs Gleis gestoßen worden sein. Einer der Täter soll den Mann aus Sierra Leone mit einer Bierflasche beworfen haben. Der 30-Jährige wurde dabei jedoch nicht verletzt.

Die Polizei nahm insgesamt fünf Männer im Alter zwischen 23 und 24 Jahren fest. Sie hatten in erheblichen Mengen Alkohol konsumiert. Im Verlauf des Tages sollten die Täter von der Kriminalpolizei zu den näheren Umständen und dem Motiv der Tat verhört werden.

Unterdessen hat die Polizei in Thüringen nahe dem Ort Brotterode ein Konzert von Skinheads aufgelöst. Ein 19-Jähriger hatte eine im Wald gelegene Hütte für eine angebliche Geburtstagsfeier angemietet, so die Polizei. Tatsächlich fand in der Hütte ein Skinhead-Konzert statt, an dem rund 50 Anhänger der rechtsextremen Szene aus Thüringen und Bayern teilnahmen. Die Organisatoren hatten den einzigen Zufahrtsweg mit Baumstämmen blockiert. Die Ermittler stellten bei der Durchsuchung der Hütte neben Musikinstrumenten auch CDs und Texte mit rechtsextremem Liedgut sicher. Gegen 41 Teilnehmer wurden Platzverweise ausgesprochen.

anr/AP/dpa



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