Rechtsextremismus Friedrich warnt vor nationalen Autonomen

Nach dem Osloer Doppelanschlag geraten auch Deutschlands Rechtsextremisten ins Visier der Sicherheitsbehörden: Innenminister Friedrich warnte jetzt vor einer wachsenden Gewaltbereitschaft der Szene. Ein Attentat nach dem norwegischen Muster lasse sich nie ausschließen, sagte der CSU-Politiker.

Neonazis bei einem Aufmarsch in Berlin: Wachsende Gewaltbereitschaft
DDP

Neonazis bei einem Aufmarsch in Berlin: Wachsende Gewaltbereitschaft


Berlin - Auf den ersten Blick ist es für Verfassungsschützer eine erfreuliche Entwicklung: Die Zahl der Mitglieder rechtsextremer Gruppierungen nimmt ab - dafür steigt aber die Zahl gewaltbereiter Rechtsextremisten.

Nach dem Doppelanschlag von Norwegen warnte jetzt Innenminister Hans-Peter Friedrich vor dem Gewaltpotential der rechtsextremen Szene: "Sorgen machen mir insbesondere die sogenannten 'nationalen Autonomen', die sich zunehmend nach dem Beispiel der Linksautonomen formieren", sagte der CSU-Politiker der "Rheinischen Post".

Laut Verfassungsschutzbericht gehören rund tausend Rechtsextremisten zur Gruppe der sogenannten nationalen Autonomen. Dabei handelt es sich zumeist um jugendliche Neonazis aus den Reihen rechtsextremistischer Kameradschaften, die in Auftreten und Aktionsformen bewusst auf das Vorbild der politisch linken autonomen Bewegung zurückgreifen.

Eine rechtsextremistisch motivierte Tat in Deutschland nach dem Osloer Muster lasse sich nie ausschließen, sagte Friedrich. "Selbst wenn wir präventiv die Szene noch so intensiv beobachten, lässt sich nie ausschließen, dass sich Einzelne unbeobachtet selbst radikalisieren." Das gelte nicht nur für die rechtsextremistische Szene, sondern auch für die linksextremistische oder islamistische.

Friedrich verwies auf die Dunkelziffer. "Wir kennen bei den Rechtsextremisten einige Gefährder, aber das Problem sind nicht die, die wir im Auge haben, sondern eher die, die sich im Verborgenen radikalisieren."

hen/Reuters/AFP

insgesamt 134 Beiträge
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janne2109 27.07.2011
1. welche Freude für den Attentäter
Anders B. würde sich freuen, könnte er die internationale Presse lesen. Jeder, auf auch wirklich jeder Politiker der ein Amt hat ( ob gross oder klein ) meldet sich nun zu Wort. Ich kann es nicht mehr lesen.
PRhodan 27.07.2011
2. Rechtes Auge geöffnet?
Den Minister mal außen vor gelassen, muss sich doch gerade die CSU fragen, wieviel ähnliches Gedankengut in dieser Partei zu Hause ist und wieviel zur Schau getragene Ausländerfeindlichkeit im Bierdunst über den Stammtischen geduldet wird. Es hat ja schließlich die Linken in Norwegen getroffen, die Mult-Kulti erst möglich gemacht haben - den erklärten politischen Gegner der CDU/CSU. Und so weit weg vom cruden Gedankengut der christlichen Fundamentalisten (Opus Dei und ähnlicher Geheimbünde aus dem tiefsten Mittelalter) ist gerade die CSU nun auch nicht.
joe_blow 27.07.2011
3. ..
Friedrich hat doch kurz nach dem Anschlag gesagt, sowas könne in Deutschland nicht passieren. Das hat mir ein wohlig-warmes Gefühl von Sicherheit gegeben. Jetzt macht er mir Angst. Wenn Friedrich vor einer Gefahr von Rechts warnt, muss die Lage akut bedrohlich sein.
michaelmellenthin 27.07.2011
4. Rechtsextremismus
Schau, schau, an, die immer sonst währende Blindheit auf dem rechten Auge ist scheinbar vorbei, oh wunder. "ich kann wieder sehen", na so was oder ist das nur vorübergehend, weil es zur Zeit angesagt ist?
Gani, 27.07.2011
5. CSU wieder
Die CSU hat wieder die Panik-Maschine angeschmissen, denn es gilt die Gelegenheit zu nutzen den Überwachungs- und Polizeistaat wieder populär zu machen!
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