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Extremismus in der Truppe Granatenfund bei niedersächsischem Bundeswehr-Reservisten

Als sie Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten durchführten, stießen Ermittler nach SPIEGEL-Informationen auf Waffen, Munition und Granaten. Im Zentrum steht ein Reservist, der mit einer Namensliste von Politikern aufgeflogen war.
aus DER SPIEGEL 29/2020
Grundausbildung von Bundeswehr-Soldaten mit G-36-Gewehr, im April 2015

Grundausbildung von Bundeswehr-Soldaten mit G-36-Gewehr, im April 2015

Foto: Christian Charisius/ picture alliance / dpa

Die Polizei hat bei Ermittlungen gegen einen Bundeswehr-Reservisten aus Niedersachsen, der in einer rechtsextremen WhatsApp-Gruppe aktiv war, Waffen sichergestellt. Am Wohnort von Christian G. in Wriedel stellten die Beamten nach SPIEGEL-Informationen am vergangenen Freitag eine Panzergranate, eine Handgranate sowie eine zerlegte Langwaffe sicher, bei der es sich vermutlich um ein Schreckschussgewehr handelt.

Auch im niedersächsischen Munster, wo der 50-Jährige in einer Werkstatt in der Örtzetal-Kaserne arbeitet, wurde das Landeskriminalamt fündig. Neben sogenannten Polenböllern entdeckten die Ermittler ein Abschussgerät für Panzergranaten, ein Minensuchgerät, eine Langwaffe und ein Magazin.

Inwieweit die Kriegswaffen funktionstüchtig sind, wird noch gutachterlich untersucht.

DER SPIEGEL 29/2020

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Die Polizei hat zudem ihre Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz sowie das Kriegswaffenkontrollgesetz auf sechs Beschuldigte ausgeweitet und Objekte in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen durchsucht. Bei einem Verdächtigen in Rinteln (Niedersachsen) fand die Polizei eine Langwaffe, Munition und ein Zielfernrohr. Außerdem horteten die Beschuldigten in Rinteln und in Minden (Nordhrein-Westfalen) Luftgewehre.

Ende Juni hatte der Militärische Abschirmdienst (MAD), der Geheimdienst der Bundeswehr, auf dem Mobiltelefon von Christian G. eine Liste mit Namen und Adressen von Politikern und Prominenten entdeckt, die seit Längerem unter Neonazis im Netz kursiert. Daraufhin wurde G. umgehend aus einem laufenden Einsatz als Reservist genommen und ein Uniformtrage- und Dienstverbot verhängt.

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