Rechtsextremismus Protestmarsch in Cottbus

In der brandenburgischen Stadt haben nach Polizeiangaben am Sonntag rund zehntausend Menschen gegen rechte Gewalt demonstriert.


Cottbus - Nach einem Mahngottesdienst zogen die Demonstranten ohne Zwischenfälle zum Platz der ehemaligen Synagoge gezogen. Zu dem Protestmarsch, an dem auch Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) teilnahm, hatten die Landesregierung, Kirchen und Bürgerinitiativen nach mehreren rechtsextremistischen Zwischenfällen in Cottbus aufgerufen.

10.000 demonstrierten in Cottbus gegen rechte Gewalt
REUTERS

10.000 demonstrierten in Cottbus gegen rechte Gewalt

Vergangene Woche hatten vier Jugendliche in Cottbus mehrere Personen angegriffen, darunter einen Libanesen und einen Ukrainer. Dabei hatten die Täter ausländerfeindliche Parolen gerufen und den Hitlergruß gezeigt. Gegen die Täter wurde Haftbefehl erlassen.

Am Neujahrstag hatte ein Polizist in Cottbus einem Ex-Zwangsarbeiter jüdischer Herkunft "Schutzhaft" angeboten, nachdem dieser Todesdrohungen von Unbekannten angezeigt hatte. "Schutzhaft" war eine gängige Methode des Nazi-Regimes, missliebige Personen verschwinden zu lassen. Die Polizei sprach von einer "unglücklichen Formulierung".



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