Rechtsextremisten Riesen-Datenleck blamiert NPD

Es ist eine peinliche Pleite für die NPD - und das im Superwahljahr: SPIEGEL ONLINE liegen Zehntausende interne E-Mails der Rechtsextremisten vor, die seltene Einblicke ins Innenleben der Partei bieten.
NPD-Chef Voigt bei Bundesparteitag: Zehntausende E-Mails aus dem Innenleben der Partei

NPD-Chef Voigt bei Bundesparteitag: Zehntausende E-Mails aus dem Innenleben der Partei

Foto: dapd

NPD

Berlin/Hamburg - Mehrere zehntausend interne E-Mails der rechtsextremistischen sind nach außen gedrungen. Die Daten, insgesamt fast zehn Gigabyte, wurden SPIEGEL ONLINE zugespielt und liegen auch mehreren anderen Medien in Deutschland und Österreich vor. Die meisten Dokumente datieren aus dem Jahr 2010, die aktuellsten E-Mails stammen von Ende Januar dieses Jahres.

Unter anderem beleuchten die Unterlagen die Hintergründe der jüngst beschlossenen Fusion zwischen der NPD und ihrer Konkurrenzpartei DVU und legen den Verdacht nahe, dass es dabei zu erheblichen Unregelmäßigkeiten gekommen sein könnte. Außerdem ermöglicht das Konvolut einen seltenen Blick ins Innenleben der rechtsextremistischen Partei: Neben kompletten Listen übergetretener DVU-Mitglieder finden sich detaillierte Aufstellungen zu Kreditverbindlichkeiten, offenbar fehlerhaften Rechenschaftsberichten sowie Pläne für dubiose Finanzkonstruktionen.

Besonders in Baden-Württemberg, wo am 27. März ein neuer Landtag gewählt wird, scheint die Stimmung der Partei auf einem Tiefpunkt zu sein. In den internen Mails beschimpfen sich die Parteifreunde mitunter heftig und werfen sich Unfähigkeit vor. Ein Sprecher der NPD erklärte am Freitagnachmittag gegenüber SPIEGEL ONLINE: "Grundsätzlich geben wir keine Auskunft über parteiinternen oder persönlichen Schriftwechsel." Gleichzeitig drohte er mit rechtlichen Schritten.

Bereits vor zwei Jahren wurden dem SPIEGEL Tausende interne Dokumente zugespielt,  die politische Richtungskämpfe und Finanzschwierigkeiten der rechtsextremistischen Partei belegten.

Mehr dazu im nächsten SPIEGEL.

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