Rechtsradikale Parolen Brandstiftung in Wohnhaus türkischer Familien

In einem Mehrfamilienhaus in Backnang wurde am Samstagmorgen Feuer gelegt - ein Kinderwagen ging in Flammen auf, zwei Menschen wurden verletzt. In dem Haus wohnen fast ausschließlich Türken, im Hinterhof entdeckte die Polizei rechte Parolen - in missratenem Deutsch.


Backnang - Bei einem absichtlich gelegten Feuer im baden-württembergischen Backnang sind am Samstag zwei Bewohnerinnen leicht verletzt worden. In dem 13-Parteien-Haus wohnen fast ausschließlich Türken. Auf eine Wand im frei zugänglichen Hinterhof des Gebäudes wurden rechtsradikale Parolen gesprüht, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten fanden zwei umgekehrte Hakenkreuze und einen mehrere Meter breiten Schriftzug mit Schreibfehler: "Jetst alle sterben".

An der Hausfassade: "Jetst alle sterben"
DPA

An der Hausfassade: "Jetst alle sterben"

Der oder die Täter hatten im Eingangsbereich des Hauses am frühen Morgen einen Kinderwagen vermutlich mit Brandbeschleuniger oder Benzin angezündet. Nach ersten Ermittlungen waren der oder die Täter durch den unverschlossenen Hintereingang in das Gebäude gelangt. Eine Bewohnerin im Erdgeschoss hatte Rauch bemerkt und Alarm geschlagen. Ihr Bruder konnte den Brand im Kinderwagen schnell mit einem Feuerlöscher ersticken.

Zwei junge Frauen, die im Obergeschoss wohnen, erlitten Rauchgasvergiftungen und wurden ins Krankenhaus gebracht. Ob ein Zusammenhang zwischen der Brandstiftung und den Schmierereien besteht, wird nach Polizeiangaben derzeit noch untersucht. Der brennende Kinderwagen hätte nach Ansicht der Ermittler nicht ausgereicht, das gesamte Haus in Brand zu stecken.

jol/dpa



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