Rechtsradikalismus in Ostbayern Jugendliche überfielen Deutsch-Türken

In Cham haben zwei Jugendliche einen türkisch-stämmigen Deutschen überfallen. Es ist schon der zweite vermutlich fremdenfeindliche Angriff innerhalb kurzer Zeit in der ostbayerischen Stadt.


Cham - Die beiden Jugendlichen hätten den 45-jährigen Deutschen, der ein gebürtiger Türke ist, beleidigt und mit Faustschlägen gegen den Kopf traktiert, berichtete die Polizei. Nach den bisherigen Ermittlungen pöbelte ein 15-Jähriger das Opfer erst an. Danach kam es vor dem Bahnhof zu der Gewalttat.

Der 45-Jährige habe leichte Verletzungen erlitten, teilte die Regensburger Polizeidirektion mit. Gegen die Angreifer wird von der Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei ermittelt.

Der 16 Jahre alte Mittäter war bereits vor sechs Wochen wegen einer ähnlichen Gewalttat aufgefallen. Damals hatte er zusammen mit drei weiteren 15 bis 19 Jahre alten Rechtsextremisten einen Asylbewerber bei dem Bahnhof zusammengeschlagen und schwer verletzt.

In der Oberpfälzer Stadt sind in den vergangenen Monaten immer wieder Rechtsextremisten in Erscheinung getreten. Die NPD will dort einen ehemaligen Supermarkt kaufen und dort ein landesweites Veranstaltungszentrum schaffen.

Wegen des geplanten Hallenkaufes ist am Pfingstsamstag (3. Juni) eine große Demonstration gegen Rechtsextremismus geplant, zu der rund 10.000 Menschen erwartet werden. Die Stadt will die Übernahme des früheren Supermarktes durch die extremistische Partei verhindern und hat das Vorkaufsrecht für das Gelände geltend gemacht.

als/dpa



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