Vorwurf der Bestechlichkeit Regensburgs Oberbürgermeister verhaftet

Seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Regensburgs Oberbürgermeister, nun wurde Joachim Wolbergs festgenommen. Er soll Immobilienunternehmen bei städtischen Bauprojekten bevorzugt haben.

Joachim Wolbergs
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Joachim Wolbergs


Der Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs ist wegen des Verdachts der Bestechlichkeit festgenommen worden. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Regensburg in einer Pressemitteilung. Die "Mittelbayerische Zeitung" hatte am Mittwochmorgen berichtet, neben Wolbergs seien auch ein Immobilienunternehmer und der technische Leiter der städtischen Wohnungsgesellschaft in Untersuchungshaft gekommen.

"In dem Ermittlungsverfahren wegen auffälliger Spenden hat die Staatsanwaltschaft Regensburg beim Amtsgericht Regensburg Haftbefehle erwirkt, die heute vollzogen wurden", hieß es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft. Seither befinden sich demnach Wohlbergs sowie zwei weitere Beschuldigte im Gewahrsam der Strafverfolgungsbehörden. Im Laufe des Tages sollen sie dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Die Anklagebehörde ermittelt seit Monaten wegen Vorteilsnahme gegen den SPD-Politiker. Sie will klären, ob Wolbergs Geld dafür bekommen hat, bestimmte Betriebe als Gegenleistung für deren Zahlungen bei städtischen Bauprojekten zu bevorzugen. Drei Immobilienunternehmen hatten der örtlichen SPD seit 2013 zusammen mehr als eine halbe Million Euro gespendet.

In seiner Weihnachtsansprache hatte Wolbergs laut "Mittelbayerische" noch gesagt, er wolle seine Unschuld beweisen. Gelinge ihm das nicht, würde er sofort zurücktreten - und "dann auch aus Regensburg weggehen".

vks



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