Flugbereitschaft der Bundeswehr Sieben Millionen Euro jährlich für leere Jets

Will die Bundesregierung fliegen, müssen die Maschinen aus Köln nach Berlin geschafft werden. Kein Passagier ist an Bord - dennoch fallen nach Informationen des SPIEGEL hohe Kosten an.

Regierungsflieger in Berlin
Michael Kappeler/ DPA

Regierungsflieger in Berlin

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Die Flugbereitschaft der Bundeswehr fliegt jedes Jahr für sieben Millionen Euro leere Passagierjets von Köln nach Berlin und zurück. Insgesamt sind die Regierungsflieger 727 Stunden ohne Passagier und Fracht in der Luft. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus einer unveröffentlichten Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor.

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Je nach Flugzeug variieren die Kosten pro Leerflugstunde erheblich. Beim 13-sitzigen Geschäftsflieger Global 5000, vorgesehen für Flüge auf europäischen Strecken, kostet eine Stunde in der Luft laut dem Papier 6000 Euro. Beim Airbus A 340, für große Regierungsdelegationen und Langstrecke, sind es demnach 24.000 Euro.

Die Leerflüge werden mindestens noch bis Oktober 2020 stattfinden, da die Regierungsflieger auf dem Militärflughafen Köln-Wahn stationiert sind und für jeden Einsatz nach Berlin eingeflogen werden müssen. Erst wenn der Hauptstadtflughafen BER in Betrieb genommen ist, will die Bundesregierung einen provisorischen Regierungsterminal in Berlin-Schönefeld in Dienst stellen und den Zubringerservice aus Köln sukzessive einstellen.

"Fall für den Bundesrechnungshof"

Das Regierungsterminal freilich ist im Gegensatz zum BER seit Oktober 2018 einsatzbereit und produziert Kosten: Allein für die Bewachung des eingemotteten Regierungsterminals werden bis zur avisierten Inbetriebnahme 1,8 Millionen Euro fällig. Und er wird nur so lange für die Bundesrepublik Deutschland seinen Dienst verrichten, bis ein neuer, schicker Regierungsterminal am BER-Gelände gebaut ist.

Vor allem das Auswärtiges Amt und Verteidigungsministerium wollen möglichst schnell das Fertigbauprovisorium durch ein "Empfangsgebäude in repräsentativer Gestaltung" ersetzen, das den "international üblichen protokollarischen Anforderungen gerecht wird". Die Kosten für den Repräsentationsbau werden derzeit mit 340 Millionen Euro veranschlagt. Eine Dauernutzung des Interimsregierungsterminals hat die Bundesregierung bisher ausgeschlossen.

Stefan Gelbhaar, Obmann der Grünen im Verkehrsausschuss, fordert Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf, "die Steuerverwendung beim Regierungsflughafen zu beenden". In den Leerflügen sieht der grüne Verkehrspolitiker "einen Fall für den Bundesrechnungshof". Das Verteidigungsministerium verweist hingegen darauf, dass die Flugstunden der Aus- und Weiterbildung der Besatzungen dienten.

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insgesamt 49 Beiträge
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Seite 1
Der_Theo 14.06.2019
1. ?????
Wieso Kosten? Ich dachte die fliegen garnicht mehr (Lufthansawartung). Und überhaupt, wo sollen die Flugzeuge in Berlin denn parken? BER? Egal wohin man auch schaut, in D fenktioniert nichts mehr. Inzwischen sind dir, dank unserer Berufspolitiker, auf Dritteweltnivau.
bigkahoona 14.06.2019
2. 7mio? Na und?
Das ist gemessen am Bundeshaushalt etwa so, als wenn man einen Artikel schreibt mit der reißerischen Überschrift "Karl-Heinz Kasupke schmeißt 23 Cent seines Gehalts einfach in den Gulli!!!!1elf". Wen interessiert das?? Das ist vollkommen normaler Schwund im öffentlichen Verwaltungswesen. Weltweit und schon IMMER. Darüber muss man sich nicht aufregen, das muss man hinnehmen. Eine 100%ige Optimierung ist Illusion. Aber man kann mit sowas ja wunderbar Aufreger erzeugen in der Bevölkerung. Hier von mir ein ganz langsames, sarkastisches Klatschen.
Haarfoen 14.06.2019
3. Ein gelungener Beitrag der Bundesregierung zum Thema CO2
Zeitgemäß, dass die Flieger Tonnen an CO2 sinnlos in die Atmosphäre blasen, weil der BER, vornehmlich aber der Repräsentationsbau für 340 Mio noch nicht fertig sind. Wann bitte wird verschwinden endlich diese unsäglichen Regierenden, die sich wie in den 60-er Jahren verhalten und offensichtlich völlig verkalkt sind?
der_dr_Nickel 14.06.2019
4. So was kommt...
...von sowas. Will sagen, kein Flughafen (in Berlin) mit abgeschotteten Bereich für diese Flieger, dann auch keine Vorort-Verfügbarkeit. Oder sollen die aufm Rollfeld stehen wo jeder Hinz-und-Kunz mit Sicherheitsweste hinlatschen kann? Und sieben Millionen p.a., ernsthaft? Geht es uns schon so schlecht? Da sind die Kosten für die Bonner-Beamtenschaft, die wöchentlich nach Berlin jetten, doch sicherlich bei weiten größer (und sinnloser verbraten). Der ökologische Gedanke ist bei beiden Sachverhalten inakzeptabel, keine Frage. Ist aber mehr so'n Thema für die Freitags-m/w/d.
Haarfoen 14.06.2019
5.
Zitat von bigkahoonaDas ist gemessen am Bundeshaushalt etwa so, als wenn man einen Artikel schreibt mit der reißerischen Überschrift "Karl-Heinz Kasupke schmeißt 23 Cent seines Gehalts einfach in den Gulli!!!!1elf". Wen interessiert das?? Das ist vollkommen normaler Schwund im öffentlichen Verwaltungswesen. Weltweit und schon IMMER. Darüber muss man sich nicht aufregen, das muss man hinnehmen. Eine 100%ige Optimierung ist Illusion. Aber man kann mit sowas ja wunderbar Aufreger erzeugen in der Bevölkerung. Hier von mir ein ganz langsames, sarkastisches Klatschen.
Schön wie Sie das beschreiben. Noch mehr freuen würde ich mich, wenn das Finanzamt bei seinen Betriebsprüfungen ebenso lässig wäre. Da wird jeder Besprechungs- Keks nachverfolgt und jede Dienstfahrt hinterfragt, auf den Cent genau.
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