Flugbereitschaft der Bundesregierung Maas verspätet sich bei Uno wegen Flugzeugpanne

Schon wieder macht ein Flugzeug der Bundesregierung Probleme: Bei der Landung in New York versagt das Bremssystem der "Konrad Adenauer". Der Regierungsflieger war gerade erst aufwendig repariert worden.

A340 Konrad Adenauer in Berlin-Tegel
Ralf Hirschberger / DPA

A340 Konrad Adenauer in Berlin-Tegel

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Gerade ist der Regierungsflieger Konrad Adenauer von einer aufwendigen Reparatur zurück, schon hat das Flugzeug wieder eine Panne. Nach dem ersten Dienstflug wurde in New York ein Reifenschaden festgestellt. Außenminister Maas konnte den Flieger erst nach mehr als einer Stunde verlassen.

Für die pannengebeutelte Luftwaffe ist das neue Malheur des Regierungsfliegers besonders ärgerlich. Nach SPIEGEL-Informationen hatte Lufthansa Technik das betroffene rechte Fahrwerk und die Reifen des Kanzler-Jets bei der aufwendigen Wartung in den letzten Monaten ausgetauscht.

Bei der Landung in New York aber versagte das sogenannte Anti-Skid-System des Fahrwerks. Die Technik verhindert wie bei modernen Autos, dass die Reifen beim Abbremsen des Fliegers blockieren.

Wegen des defekten Systems lief der Reifen beim Aufsetzen heiß, sodass durch ein Sicherheitsventil Luft abgelassen werden musste, damit er nicht sofort platzt, erklärte die deutsche Luftwaffe. Der Vorfall löste die Verzögerung für den Bundesminister aus. Die Techniker der Lufthansa arbeiten nun fieberhaft daran, das defekte Fahrwerk bis zur geplanten Abreise des Ministers am Donnerstagabend wieder flott zu machen.

Der Airbus mit Außenminister Heiko Maas an Bord war am frühen Morgen in Berlin losgeflogen. Maas Flieger musste über eine Stunde auf ein Abschleppfahrzeug warten, um zur Parkposition zu gelangen.

Nach den Regularien des Flughafens John F. Kennedy in New York dürfen Maschinen mit geplatztem Reifen nicht selbstständig in die Parkposition fahren. Maas stieg letztlich auf dem Flugfeld aus, bevor die Parkposition erreicht wurde.

Der Außenminister nahm die Panne gelassen. Er müsse wohl bald mal den Sicherheitsrat mit den Problemen befassen, scherzte er. Ausgerechnet Maas war vor dem Abflug in Berlin das jüngste Opfer der Pannenserie der Bundeswehr-Flugbereitschaft geworden. Er blieb im Februar zum Abschluss einer Afrika-Reise in der malischen Hauptstadt Bamako liegen und musste 20 Stunden auf einen Ersatzflieger warten.

Durch die kleine Panne in New York verspätete sich Maas nun bei den Vereinten Nationen. Ein gemeinsamer Auftritt mit dem französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian musste verschoben werden. Auch am Auftakt einer Beratung des Uno-Sicherheitsrats und weiterer Akteure über den Schutz humanitärer Helfer konnte Maas nicht teilnehmen.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Probleme mit den Flugzeugen der Bundeswehr-Flugbereitschaft gegeben. Im November musste ein Flug von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Olaf Scholz abgebrochen werden, danach blieben die Flieger der sogenannten Weißen Flotte der Bundeswehr auch noch bei Auslandsreisen anderer Bundesminister liegen.

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Merkel musste im Dezember bei ihrer Reise zum G20-Gipfel in Buenos Aires umkehren und auf eine Linienmaschine umsteigen. Sie traf erst mit großer Verspätung bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs in Argentinien ein. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier saß Ende Januar vorübergehend in Äthiopien fest.

Wegen der wiederholten Pannen der Flugbereitschaft müssen die meisten Minister aus dem Bundeskabinett ihre Diensttermine seither mit normalen Linienflügen absolvieren.

mfh mit Material von AFP/dpa



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