Regionalkonferenz Jubel für Merkel

Die Stimmung an der Basis ausloten: Angela Merkel hat bald alle Landesverbände besucht und wird frenetisch bejubelt. Kaum jemand zweifelt noch daran, dass sie die nächste Parteivorsitzende wird.


Noch lauscht Angela Merkel ihrem Parteivorsitzenden Wolfgang Schäuble. Bald wird sie vielleicht selbst CDU-Chefin sein
AP

Noch lauscht Angela Merkel ihrem Parteivorsitzenden Wolfgang Schäuble. Bald wird sie vielleicht selbst CDU-Chefin sein

Berlin/Neumünster - Die Chancen für CDU-Generalsekretärin Angela Merkel, als erste Frau den Vorsitz der Partei zu übernehmen, werden immer größer. Auch bei der vorletzten CDU-Regionalkonferenz am Montagabend im schleswig-holsteinischen Neumünster wurde die 45-jährige Politikerin von rund 1000 Parteianhängern bejubelt. CDU- Spitzenpolitiker zeigten sich überzeugt, dass sie auf dem Essener Parteitag im April zur Vorsitzenden gewählt wird.

Merkel appellierte angesichts der Spendenaffäre an die Parteibasis, sich zur "Verantwortung zu bekennen, damit so etwas nie wieder passiert". Sie distanzierte sich erneut demonstrativ von Alt- Kanzler Helmut Kohl und forderte mehr Mitbestimmung für die Basis.

Der scheidende CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble erklärte, die Krise der CDU sei noch keineswegs überwunden, auch wenn er es nicht mehr hören könne. Mit Blick auf die finanzielle Lage der Bundespartei sagte er: "Wir sind zwar arm wie eine Kirchenmaus, aber unsere Finanzen sind jetzt in Ordnung." Massive Ausgabenkürzungen sowie ein weiterer Stellenabbau und eine finanzielle Unterstützung aus den Landesverbänden seien unvermeidlich. Deutliche Einschnitte seien auch bei den Ausgaben für den nächsten Bundestagswahlkampf nötig.

In Neumünster stärkten einzelne Redner dem bei der Landtagswahl am 27. Februar gescheiterten CDU-Spitzenkandidaten Volker Rühe den Rücken. "Wir müssen die beste Mannschaft aufstellen", sagte ein Redner - Rühe gehöre zweifellos dazu. Die letzte Regionalkonferenz ist am 18. März in Stuttgart. Zwei Tage danach will die Parteispitze einen Vorschlag für Schäubles Nachfolge machen.



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