Ermittlungen gegen »Reichsbürger« Bundeswehrbeamter nach MAD-Razzia tot aufgefunden

In Bayern ist ein leitender Beamter des Beschaffungsamts der Bundeswehr tot aufgefunden worden. Am Tag zuvor hatte der Truppengeheimdienst MAD ihn wegen des Verdachts vernommen, er sei ein »Reichsbürger«.
MAD-Zentrale in Köln (Archivfoto)

MAD-Zentrale in Köln (Archivfoto)

Foto: Federico Gambarini / dpa

Einen Tag nach einer Razzia des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) in einer Außenstelle des Beschaffungsamts der Bundeswehr hat sich ein leitender Beamter nach Polizeiangaben das Leben genommen. Der 63-Jährige war in einer Güteprüfstelle der Truppe in Ulm tätig.

Am Dienstagabend hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass der MAD in der Außenstelle des Beschaffungsamts ermittele, da eine ganze Gruppe der dort eingesetzten Beamten den sogenannten Reichsbürgern angehören soll.

Die Bewegung erkennt die Bundesrepublik als Staat, die Regierung und die Justiz nicht an. Fast ein Jahr lang hatte der MAD nach einem Hinweis gegen mehrere Mitarbeiter der Dienststelle in Ulm ermittelt.

In der Pressemitteilung berichtete das Ministerium von insgesamt acht Mitarbeitern, die vom MAD befragt worden seien, betroffen sei aber »auch die Leitung der Regionalstelle«.

Den Hauptverdächtigen, darunter auch dem nun tot aufgefundenen Beamten, habe man umgehend verboten, die Dienststelle zu betreten. Zudem wurden die Mobiltelefone der Verdächtigen und einige Computer zur weiteren Auswertung sichergestellt.

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Die Razzia und der Tod des leitenden Beamten dürften zu weiteren Nachforschungen führen. So soll der Bundeswehrmann vor seinem Job beim Beschaffungsamt beim Bundesnachrichtendienst (BND) tätig gewesen sein.

Beim Auslandsgeheimdienst soll er bis zuletzt viele private Kontakte gehabt haben. Deswegen soll geklärt werden, ob auch hier Sympathisanten der »Reichsbürger«-Bewegung sitzen, hieß es bereits am Dienstag.

mgb
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