"Reichsbürger" Früherer Mister Germany geht gegen Freiheitsstrafe vor

Er habe auf einen Polizisten geschossen und soll deshalb ins Gefängnis: Das hatte das Landgericht Halle (Saale) entschieden. Jetzt wehrt sich der als "Reichsbürger" geführte Adrian Ursache gegen das Urteil.

Adrian Ursache vor Prozessbeginn im Landgericht in Halle (Saale)
DPA

Adrian Ursache vor Prozessbeginn im Landgericht in Halle (Saale)


Erst vor einer Woche wurde ein sogenannter Reichsbürger, Adrian Ursache, zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Aber dieses Strafmaß will der ehemalige Mister Germany nicht akzeptieren. Die Verteidigung des 44-Jährigen hat Revision gegen die Entscheidung des Landgerichts Halle (Saale) eingelegt. Das teilte ein Gerichtssprecher mit.

Ursache wird von den Sicherheitsbehörden als "Reichsbürger" gezählt und war am 17. April unter anderem des versuchten Mordes an einem SEK-Beamten für schuldig befunden worden.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er bei der Zwangsräumung seines Grundstücks in Sachsen-Anhalt im August 2016 auf den Polizisten geschossen hat. Der SEK-Beamte sei nur wegen seiner Schutzkleidung nicht tödlich verletzt worden. Das SEK war bei der Zwangsräumung zum Schutz der Gerichtsvollzieher angefordert worden.

Sogenannte Reichsbürger sprechen dem Grundgesetz und den Behörden die Legitimität ab. Sie weigern sich beispielsweise, amtlichen Bescheiden Folge zu leisten, Abgaben oder Bußgelder zu zahlen und bedrohen Polizisten und Gerichtsvollzieher. Die Bewegung wird bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet. Ursache bestreitet, ein "Reichsbürger" zu sein.

aev/dpa



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