Rekordzuwanderung 2015 2,1 Millionen Menschen kamen nach Deutschland

Deutschland wächst: 1,1 Millionen Menschen mehr kamen 2015 in die Bundesrepublik als fortgingen. Doch nicht nur die Zahl der Zuwanderer, auch die der Auswanderer war hoch wie nie.

Einreise am Flughafen Düsseldorf
DPA

Einreise am Flughafen Düsseldorf


Noch nie sind so viele Menschen nach Deutschland gekommen wie 2015. Mehr als 2,1 Millionen Menschen zog es in die Bundesrepublik, das waren 46 Prozent mehr als noch 2014.

In der Statistik machte sich besonders der durch den Bürgerkrieg in Syrien verursachte Zuzug von Flüchtlingen bemerkbar. Darüber hinaus kamen aber auch viele Arbeitsmigranten aus anderen EU-Mitgliedstaaten nach Deutschland, teilt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Die meisten Menschen kamen demnach aus Syrien (326.000), gefolgt von Rumänien (212.000) und Polen (190.000).

Nicht nur die Zahl der Zu-, auch die der Auswanderer stieg auf einen Rekordwert: 998.000 Menschen kehrten Deutschland im vergangenen Jahr den Rücken, neun Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Wanderungsüberschuss - Einwanderung minus Auswanderung - erreichte mit gut 1,1 Millionen ebenfalls den höchsten Stand seit der Gründung der Bundesrepublik.

Im ersten Halbjahr 2016 ging die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland im Vergleich zu 2015 stark zurück: Durch das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei und die Grenzschließungen durch Österreich, sowie mehrere osteuropäische und Balkanstaaten, sank der Zuzug auf gut 220.000.

Innenminister Thomas de Maizière sagte dazu, man sehe, "dass die Maßnahmen auf deutscher und europäischer Ebene greifen". Die "Flüchtlingskrise" sei zwar nicht gelöst, aber ihre Lösung komme in Europa gut und in Deutschland sehr gut voran. Für eine Prognose für das laufende Jahr sei es aber noch zu früh, so der Minister am vergangene Freitag.

cht/dpa



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