Rentenreform Merz stellt Bedingungen für Einigung

Friedrich Merz hat scheinbar seine harte Haltung zum Thema Rentenreform ad acta gelegt. Der Unionsfraktionschef hält eine Einigung bei der Rentenreform für möglich.


Berlin - Die Union sei an einem "tragfähigen Kompromiss der beiden großen Volksparteien" interessiert, sagte Merz der "Saarbrücker Zeitung". Zugleich stellte er aber fünf Bedingungen für einen Rentenkonsens.

Friedrich Merz: Doch noch Chance für einen Konsens
AP

Friedrich Merz: Doch noch Chance für einen Konsens

Erstens müsse Arbeitsminister Walter Riester (SPD) seine Rentenformel nochmals ändern. Zweitens dürften die Rentenbeiträge bis 2030 "nicht wesentlich über 20 Prozent" steigen. Drittens sei eine Kinderkomponente von 30 Mark im Monat je Kind bei der Förderung der Privatvorsorge notwendig. Viertens müssten Frauen mit lückenhafter Erwerbsbiografie besonders gefördert werden. Und fünftens müssten die Beiträge zur privaten Vorsorge "aus nicht versteuertem Einkommen" gezahlt werden.

Unterdessen stellte sich der Sozialverband VdK im Rentenstreit hinter die Forderungen der Gewerkschaften. VdK-Präsident Walter Hirrlinger sprach sich in der "Bild"-Zeitung dafür aus, für alle Arbeitnehmer eine Pflicht-Betriebsrente zu schaffen. "Es sollte eine obligatorische Betriebsrente mit einem Beitrag von 2,5 Prozent des Bruttolohns eingeführt werden." Dabei sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte zahlen. Wie die Gewerkschaften übte Hirrlinger heftige Kritik an der von Rot-Grün geplanten freiwilligen Privatvorsorge, für die die Arbeitnehmer vier Prozent ihres Einkommens abzweigen sollen.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.