Reparaturarbeiten in Fukushima Merkel will Japan mit Spezialgeräten helfen

Deutsche Hilfe im Kampf gegen die Atomkatastrophe: Bundeskanzlerin Merkel hat in einem Telefonat mit dem japanischen Ministerpräsidenten Kan technische Unterstützung angeboten. Der SPD-Vorsitzende Gabriel fordert von der Bundesregierung eine internationale Hilfskonferenz für Japan.

Bundeskanzlerin Merkel: "Anteilnahme an dem schweren Leid"
AFP

Bundeskanzlerin Merkel: "Anteilnahme an dem schweren Leid"


Berlin - Die schlechten Nachrichten aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima in Japan reißen nicht ab: Jetzt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der japanischen Regierung im Kampf gegen die Atomkatastrophe technische Hilfe angeboten. Deutschland könne funkgesteuertes Spezialgerät zur Verfügung stellen, das für Aufräum- und Reparaturarbeiten an Reaktoren eingesetzt werden könne, sagte Merkel nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert in einem Telefonat mit dem japanischen Ministerpräsidenten Naoto Kan. Dieser wolle das Angebot prüfen.

Die Kanzlerin sprach den Opfern der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan vom 11. März "im Namen der Menschen in Deutschland ihre Anteilnahme an dem schweren Leid aus". Kan dankte den Angaben zufolge den Deutschen für ihre Solidarität und Hilfsangebote. Kan habe Merkel über den Zustand der havarierten Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima informiert und über die Bemühungen der Techniker, die Lage unter Kontrolle zu bringen, sagte Seibert in Berlin.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat die Bundesregierung unterdessen aufgefordert, Japan die Ausrichtung einer Internationalen Hilfskonferenz zur Bewältigung der Atomkatastrophe anzubieten. "Dabei sollte es nicht nur um die Sicherung des Reaktors gehen", sagte Gabriel. Fragen nach Belastungen des Wassers, der Nahrungsmittel, nach Untersuchungen der betroffenen Menschen und nach der Größe des zu evakuierenden Gebiets sollten auch Themen sein.

lgr/dpa/AFP

insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Zweck-Los 30.03.2011
1. Wahldemerkel
Ich bitte den Bundespräsidenten, den gesamten Bundestag für 12 Monate auf Hartz4 zu setzen, die Amtgeschäfte müssen dennoch übernommen werden, kein Urlaub in Potsdam, wer dort oder anderswo erwischt wird, verliert seine Immunität und Bezüge, da er ja seine Gemeindegrenzen übertreten HAT! Unglaublich provinziell, nach 21 Tagen selbstverständliche Hilfe anzubieten, die man selbst im Moment nicht braucht. Die Unterlassungssünde wiegt frei nach Goethe schwerer als alles andere. Neuwahlen!
dichter-denker 30.03.2011
2. Omg
Schaut Euch Reaktor 3 an... Das Ding ist komplett eingestürzt. Die äußere Gebäudehülle ist quasi nicht mehr existent. Die Haustechnik muss zu 80- 90 % zerstört sein. Wie kann man hier davon ausgehen, das noch irgendwas funktioniert? Das ist doch Augenwischerei! Die Kühlpumpen werden definitiv nicht mehr an Reaktor 3 in Betrieb genommen werden können, soviel lässt sich nach dem Lagebild der Drohne ablesen. Wann beginnt in Fukushima endlich mal richtiges Krisenmanagement? Da waren die Sowjets in Shernobyl wesentlich fitter.
Prophet, 30.03.2011
3. Das ist richtig - nur zu spät.
Zitat von sysopDeutsche Hilfe im Kampf gegen die Atomkatastrophe: Bundeskanzlerin Merkel hat in einem Telefonat mit dem japanischen Ministerpräsidenten Kan technische Unterstützung angeboten. Der SPD-Vorsitzende Gabriel fordert von der Bundesregierung eine internationale Hilfskonferenz für Japan. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,754164,00.html
Im Moment mangelt es der Kanzlerin am Geschick und am Timing. THW, Rotes Kreuz, Charitas, die helfen schon. Aber besser spät als nie.
Rainer Helmbrecht 31.03.2011
4. Ohne Titel ist man freier.
Zitat von Zweck-LosIch bitte den Bundespräsidenten, den gesamten Bundestag für 12 Monate auf Hartz4 zu setzen, die Amtgeschäfte müssen dennoch übernommen werden, kein Urlaub in Potsdam, wer dort oder anderswo erwischt wird, verliert seine Immunität und Bezüge, da er ja seine Gemeindegrenzen übertreten HAT! Unglaublich provinziell, nach 21 Tagen selbstverständliche Hilfe anzubieten, die man selbst im Moment nicht braucht. Die Unterlassungssünde wiegt frei nach Goethe schwerer als alles andere. Neuwahlen!
Wenn ich mich richtig erinnere dann hat man dt Katastrophenhelfer erst mal 1-2 Tage nicht eingesetzt. Obwohl die hervorragend ausgerüstet waren, hat man weder die Trinkwasseraufbereitung noch die Suchgeräte eingesetzt. Das zugewiesene Gebiet war zum Teil unter Wasser gelegen, da konnten Helfer keine Überlebenden suchen. Die dt Helfer wurden zurück geschickt, als in anderen Gegenden noch Überlebende gefunden wurden. Man fragt sich, ob den Japanern die "Ehre" wichtiger war als die Hilfe. Selbst die Hilfe anderer Staaten wurde abgelehnt. Die USA Marine hat Brände gelöscht und musste unmittelbar danach abziehen. Die Hilfe der Russen wurde abgelehnt. Ich glaube, dass alle Staaten auf der Welt mehr von der Katastrophe verstanden haben, als die Japaner selber. Der Chef der Betreiberfirma ist abgetaucht und schlussendlich auch noch erkrankt. Ich weiss nicht, ob das japanische Recht das her gibt, aber ich hätte mir gewünscht, dass man die ganze Führungsmannschaft dieser Firma und die Staatlichen Überwachungsorgane, bis zu einer offiziellen Anklage in den Knast steckt. Das Angebot dieses AKW zu verstaatlichen ist kein Angebot, sondern die Konsequenz aus dem kompletten versagen des Betreibers. Ihre Vorwürfe sind übertrieben, die Verantwortung liegt bei den Japanern. Ich würde Mutti auch gerne eine überziehen, schon deshalb, weil ich davon aus gehe, dass so eine Katastrophe auch in Deutschland nicht problemlos vorüber gegangen wäre, aber hier ist sie mal unschuldig. MfG. Rainer
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.