Revision zurückgezogen Urteil gegen Ex-Terrorist Klein rechtskräftig

Das Landgericht Frankfurt verurteilte den Ex-Terroristen Hans-Joachim Klein zu neun Jahren Haft. Zu wenig, fand die Staatsanwaltschaft und ging in Revision. Jetzt aber zog sie den Antrag zurück.


Urteil rechtskräftig: Hans-Joachim Klein (M.) muss für neun Jahre ins Gefängnis
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Urteil rechtskräftig: Hans-Joachim Klein (M.) muss für neun Jahre ins Gefängnis

Frankfurt - Die Rechtsfehler in dem Urteil seien aller Voraussicht nach nicht schwerwiegend genug, um vor dem Bundesgerichtshof Erfolg zu haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Rainer Schilling. Das auf neun Jahre Haft lautende Urteil des Frankfurter Landgerichts vom Februar gegen Klein ist damit rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte Revision eingelegt, nachdem Klein wegen dreifachen Mordes und Geiselnahme beim Überfall auf die Wiener Opec-Konferenz 1975 im Februar nicht wie von ihr gefordert zu 14 Jahren Haft verurteilt worden war. Das Frankfurter Landgericht hatte die Kronzeugenregelung angewandt und Klein dadurch eine Verurteilung zu lebenslanger Haft erspart, die bei Mord obligatorisch ist. Das Gericht würdigte damit, dass sich Klein aus eigenem Antrieb vom Terrorismus losgesagt und den Ermittlungsbehörden Hinweise auf weitere geplante Straftaten gegeben habe. Bei dem Überfall in Wien unter dem Kommando des mittlerweile in Frankreich inhaftierten Top-Terroristen Carlos wurden drei Menschen erschossen und 70 als Geiseln genommen.



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