Rezo kritisiert Coronapolitik »So ein Haufen inkompetenter Dullis!«

YouTuber Rezo ist für seine »Zerstörungsvideos« bekannt. Nun hat er sich die Coronapolitik der Bundesregierung vorgeknöpft – und attackiert besonders hart CDU und CSU.
Archivbild: YouTuber Rezo nimmt sich die Coronapolitik der CDU/CSU vor

Archivbild: YouTuber Rezo nimmt sich die Coronapolitik der CDU/CSU vor

Foto: Bernd Kammerer / picture alliance

Mit seiner »Zerstörung der CDU« löste YouTuber Rezo vor zwei Jahren eine große Diskussion über die Klimapolitik der Union, soziale Ungerechtigkeit und den Einfluss junger Menschen auf die Politik aus. In seinem neuesten Video widmet er sich nun der deutschen Coronapolitik – und schießt dabei wieder scharf gegen die Christdemokraten.

In einem Livevideo auf der Plattform Twitch sprach der 28-Jährige mit seinen Followerinnen und Followern zunächst über die Pflegenotstand-Sondersendung der Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Die Situation der Pflegekräfte sei wirklich »heftig«, so Rezo, und er nimmt dies zum Anlass, sich über die Coronapolitik der Bundesregierung auszulassen.

»Wenn ich jetzt mal kurz ranten darf«, beginnt er das Dampfablassen, das man als knapp viertelstündigen Zusammenschnitt auf YouTube  ansehen kann.

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Vor einem Jahr, als der erste Lockdown beschlossen wurde, habe er den Eindruck gehabt, die Menschen hätten generell Verständnis für die Situation. »Natürlich gab es ein paar Spinner, aber die meisten Leute haben verstanden, das ist eine wichtige Sache, [...] es ist die größte Krise in diesem Land, und da ist es okay, dass es Einschränkungen gibt«, so Rezo.

Doch diese Akzeptanz habe sich gewandelt, findet er. Als Grund dafür sieht er, dass ein »konkretes, mittel- bis langfristiges Ziel« gefehlt habe. Stattdessen habe es ein Hin und Her aus Lockdown und Lockerungen gegeben.

Auch die Maskenpflicht sei trotz Empfehlungen aus der Wissenschaft viel zu spät eingeführt worden. Mit Verweis auf die Kampagne #maskeauf vom März 2020 sagt Rezo: »Da haben Leute in ihrer Freizeit bessere Initiativen, Aufklärung und Aktionen fürs Maskentragen initiiert als die Bundesregierung. Really? Ihr habt riesige Ressourcen und Manpower am Start und kriegt es nicht auf die Kette?«

Noch viel »krasser« seien für ihn jedoch die vielen Korruptionsfälle innerhalb der CDU und CSU, die seit Beginn der Pandemie aufgedeckt wurden. »Das sind [...] korrupte Politiker, die das politische System ausnutzen, [...] um nicht nach den Interessen der Bevölkerung zu entscheiden, [sondern] um selbst reich zu werden.«

Auch Horst Seehofers Begründung, warum er sich nicht mit AstraZeneca impfen lassen wolle, lässt Rezo nicht durchgehen. Seehofer hatte vor wenigen Tagen die Aufforderung von Gesundheitsminister Jens Spahn an die älteren Kollegen, sich mit dem Impfstoff immunisieren zu lassen, abgelehnt, weil er sich nicht bevormunden lassen wolle.

»Du kannst es nicht mal kindisch nennen, das wäre eine Beleidigung für Kinder«, pöbelt Rezo. Mitten in einer weltweiten Pandemie sei so ein Verhalten seiner Meinung nach menschenfeindlich.

Dass Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sich über die Ostertage trotz steigender Zahlen nicht zu strengeren Regeln durchgerungen habe, sondern stattdessen an die »Eigenverantwortung« der Menschen appelliert habe, bezeichnet Rezo schlicht als »Arbeitsverweigerung«. Im Straßenverkehr würde man schließlich auch Regeln festlegen, anstatt darauf zu vertrauen, dass die Menschen schon vernünftig fahren würden. »Das ist der Job von Politikern, zu lenken!«, so Rezo. »Und wenn du das nicht tust, dann machst du deinen Job nicht.«

Obwohl für die Coronapolitik natürlich nicht nur Unionspolitiker verantwortlich sind, fällt Rezo irgendwann auf, dass alle seine Beispiele von CDU und CSU handeln. Sein Fazit aus dieser Erkenntnis: »So ein Haufen inkompetenter Dullis!«

Im Laufe des Videos bezeichnet Rezo immer wieder Aspekte des Themas als »das Krasseste«, doch das wirklich Krasseste findet er »die Wissenschaftsfeindlichkeit« bei vielen Politikern und zitiert Michael Kretschmer, Armin Laschet und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, die ihre Verantwortung entweder auf die Allgemeinheit abwälzen (»Wir alle haben es unterschätzt« – Kretschmer) oder nicht damit konfrontiert werden wollen, dass sie nicht auf wissenschaftlichen Rat gehört haben (»Jeder, der behauptet, das hätte man alles schon vor acht Wochen wissen müssen – mit so was will ich mich nicht auseinandersetzen« – Bouffier).

Nachdem sich der YouTuber 13 Minuten lang in Rage redet, beendet er seinen Monolog mit dem Fazit, das Nichthandeln der Verantwortlichen sei das größte Problem der Pandemie. Und nicht nur das: »Es ist das Problem von jeder Krise, und davon kommen noch einige auf uns zu in den kommenden Jahren.«

zob