Statement zu "Die Zerstörung der CDU" Rezo glaubt nicht an Rezo-Effekt

Mit seinem Video "Die Zerstörung der CDU" sorgte Rezo für Aufsehen. Nun hat er sich dazu umfassend auf Twitter geäußert und erklärt, wer wirklich Schuld am schlechten Wahlergebnis der Volksparteien hat.
Rezo: Nach dem Video "Die Zerstörung der CDU" wurde über einen Rezo-Effekt bei den EU-Wahlen spekuliert

Rezo: Nach dem Video "Die Zerstörung der CDU" wurde über einen Rezo-Effekt bei den EU-Wahlen spekuliert

Foto: DPA

Mit seinem kurz vor der Europawahl veröffentlichten Video "Die Zerstörung der CDU" sorgte YouTuber Rezo landesweit für Diskussionen - und brachte vor allem die Christdemokraten ins Schwitzen. Nun ist die Wahl gelaufen: CDU und SPD mussten erhebliche Stimmverluste einstecken. In den Augen von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist dafür auch die "Meinungsmache" im Netz verantwortlich. Rezo selbst sieht das jedoch anders.

In einem Statement auf Twitter äußerte er sich nun ausführlich zu seinem Video und den Vorwürfen, die ihm seit der Veröffentlichung des Clips entgegen gebracht werden. Von einem angeblichen Rezo-Effekt will der YouTuber nichts wissen.

Er sei nicht der Grund dafür, dass die Volksparteien bei Wählern unter 30 Jahren nicht punkten konnten, schreibt er. Das Wahlergebnis von Sonntag zeige nur, dass die aktuelle Union und die aktuelle SPD einen Kurswechsel einschlagen müssen. "Dazu muss man sie nicht abschaffen, sie können sich auch einfach ändern", schreibt er.

"Das Wahlergebnis ist genau wie der Erfolg meiner Videos nur Symptom." Ursache für die historisch schlechten Ergebnisse von SPD und CDU sei der Umgang mit dem jüngeren Teil der Bevölkerung. Als Beispiele nennt Rezo Themen wie Netz- und Klimapolitik.

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Innerhalb weniger Tage wurde das Video von Rezo 13 Millionen Mal geklickt. In dem 55 Minuten langen Clip rechnet der YouTuber mit Union und SPD ab und spricht am Ende eine eindeutige Wahlempfehlung gegen beide Parteien aus.

Im Video: Analyse des CDU-"Zerstörvideos" von Rezo

SPIEGEL ONLINE

Ein zunächst angekündigtes Antwortvideo der CDU wurde nie veröffentlicht. Stattdessen hatte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak YouTuber Rezo zum Gespräch geladen. Die Einladung ließ Rezo zunächst jedoch unbeantwortet. Die Begründung dafür liefert er nun in seinem Statement.

Kein Interesse an Gesprächsrunden

Da er ein Problem mit Stottern habe, möchte er "kein Hauptbeteiligter in einer Diskussion sein", schreibt er. Ihm sei es ohnehin nie darum gegangen, dass man sich mit ihm unterhalten solle. Schließlich habe er in seinem Video nichts Neues erzählt, sondern viel mehr "wissenschaftliche Erkenntnisse und Konsens" dargestellt. "Daher finde ich es nicht so wichtig, dass mit mir gesprochen wird, sondern über dieses Thema", schreibt Rezo weiter.

Bevor ein Gespräch überhaupt infrage komme, stelle sich zunächst die Frage, auf welchem Stand SPD und CDU seien. Die Parteien sollten sich entscheiden, ob sie einen Bedarf sehen, ihren Kurs drastisch zu wechseln oder nicht. Rezo selbst könne dabei jedoch "überhaupt nicht helfen".

Sollten die Parteien Einsicht und Änderungswillen zeigen, empfiehlt Rezo die Auseinandersetzung mit Experten - würde sich aber auch selbst an einer solchen Diskussion mit den Verantwortlichen beteiligen.

Erfreut äußert sich Rezo über die überwiegend positiven Reaktionen auf sein Video und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit seinen Argumenten. Dabei kommt er auch auf die Faktenchecks zu sprechen , die mehrere Medien zu seinem Video gemacht haben. Die Journalisten seien sich da wohl nicht so einig gewesen, heißt es von Rezo.

Kein wirtschaftliches Interesse

Schließlich verteidigt er sich in seinem Statement auch gegen den Vorwurf, bei seinem Video handele es sich um eine "bezahlte Fake-Kampagne". Er beteuert noch einmal, dass keine Partei, kein Unternehmen und keine Organisation hinter seinem Video stehe.

Auch verfolge er, anders als ihm vorgeworfen wird, keine unternehmerischen und wirtschaftlichen Interessen. Um Geld sei es ihm nicht gegangen. "Es gibt halt Menschen, die einfach Sachen machen, weil sie dahinter stehen, unabhängig von den Nachteilen."

asc
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