Rheinland-Pfalz Ministerium beendet Kooperation mit Westerwelles Reisebegleiter

Der Ärger um die Reisebegleitung von Guido Westerwelle hat Folgen. Das Mainzer Wirtschaftsministerium stoppt die Zusammenarbeit mit dem Asien-Experten Ralf Marohn. Das Verhalten des Geschäftsmannes könne man "nicht hinnehmen".


Mainz/Berlin - Das Mainzer Wirtschaftsministerium will seine Geschäftsbeziehungen zum Asien-Experten Ralf Marohn beenden, auf den sich unter anderem die Kritik an der Reisebegleitung von Außenminister Guido Westwelle (FDP) bezieht. Marohn ist Geschäftsführer einer Firma von Westerwelles Bruder und hatte den Außenminister im Januar nach Asien begleitet. Das Auswärtige Amt begründete Marohns Mitreise mit seiner fachlichen Qualifikation als China- und Asien-Experte.

Angesichts der Kritik an der Reise hatte Marohn behauptet, auch schon an einer China-Reise des rheinland-pfälzischen SPD-Ministerpräsidenten Kurt Beck 1999 teilgenommen zu haben. Das wiederum bestreitet die Staatskanzlei.

Das Wirtschaftsministerium wird die Zusammenarbeit mit der Marohn/Westerwelle-Firma Far Eastern Limited zum 1. Mai - dem frühestmöglichen Termin - kündigen, wie Staatssekretär Siegfried Englert sagte. Marohn bereite derzeit noch eine nicht absagbare Wirtschaftsreise nach China im April vor.

Der Hinweis auf Marohns Teilnahme an der Reise des SPD-Ministerpräsidenten sollte offensichtlich die Kritik an seiner Beteiligung an der Westerwelle-Reise neutralisieren. Zum Beweis seiner Teilnahme an der Beck-Reise hatte Marohn Fotos vorgelegt, die den Regierungschef und ihn in China zeigen.

Becks Regierungssprecher Walter Schumacher bekräftigte am Freitag, dass der damals als Kontaktmann der rheinland-pfälzischen Wirtschaft in China tätige Marohn kein Mitglied der Reisedelegation war. Er sei aber wohl zu einem Abendessen hinzugekommen. Sein Verhalten könne "ein Auftraggeber nicht hinnehmen", betonte Schumacher. Daher ziehe das Wirtschaftsministerium die Konsequenzen.

ffr/dpa/Reuters

insgesamt 1260 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Reformhaus, 12.03.2010
1. Der Mut der Jugend
So weit wie Westerwelle hat es in so kurzer Zeit noch keiner geschafft!
kdshp 12.03.2010
2.
Zitat von sysopHartz-IV-Debatte, Streit um seine Auslandsreisen - welches Bild haben Sie von Außenminister und FDP-Chef Westerwelle nach seinen ersten Amtsmonaten?
Hallo, nach schulnoten eine glatte 5 ! Anmerkung : Der schüler Guido Westerwelle hat gerade in den soialfächern nachholbedarf.
Ichbinsleid, 12.03.2010
3.
Zitat von sysopHartz-IV-Debatte, Streit um seine Auslandsreisen - welches Bild haben Sie von Außenminister und FDP-Chef Westerwelle nach seinen ersten Amtsmonaten?
Die Frage die sich mir langsam stellt, welches Bild habe ich bald vom Spiegel? Hier im Forum nimmt Herr Westerwelle ja einen ziemlichen Raum ein.
Emil Peisker 12.03.2010
4. "Nebentätigkeit" zum Beruf machen
Zitat von sysopHartz-IV-Debatte, Streit um seine Auslandsreisen - welches Bild haben Sie von Außenminister und FDP-Chef Westerwelle nach seinen ersten Amtsmonaten?
Als Diplomat ein Amateur, als Parteivorsitzender einer "liberalen" Partei zu krakelig, als bezahlter Klientelbegünstiger hoch talentiert. Er hätte seine "Nebentätigkeit" zum Beruf machen sollen - Lobbyist.
stanis laus 12.03.2010
5. Es schrödert
Der wird noch ein guter Gerhard Schröder. Nur das die Hartzer-Gesetze dann anders heissen würden. Aber selbst bedienen würde der sich genauso.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.