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Neue BND-Zentrale: Richtfest für die Spione

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Richtfest für BND-Hauptsitz Die neue Kommandozentrale der Spione

Es soll die modernste Geheimdienstzentrale Europas werden - in Berlin haben rund 1600 Gäste Richtfest für den Neubau des Bundesnachrichtendienstes gefeiert. Das Gesamtprojekt wird inklusive Umzugskosten rund 1,5 Milliarden Euro verschlingen.

Berlin - Hier gibt es nichts zu gucken, oder besser: Hier soll nicht geguckt werden! Streng geheim. Berlins größte und teuerste Baustelle an der Chausseestraße im Stadtteil Mitte wird durch hohe blickdichte Zäune und Überwachungskameras gesichert.

Das Gelände ist zehn Hektar groß, der Bau bietet 260.000 Quadratmeter Geschossfläche. Kosten des Projekts: 790 Millionen Euro - mindestens. Einem Bericht der "Berliner Zeitung" zufolge könnten es am Ende sogar 815 Millionen Euro werden. Ursprünglich waren 730 Millionen Euro geplant.

Ende 2014 soll alles fertig sein und das Gebäude soll sich dann mit dieser Beschreibung schmücken dürfen: modernste Geheimdienstzentrale Europas: Die Schlapphüte kommen nach Berlin, der Bundesnachrichtendienst (BND) zieht mit 4000 Mitarbeitern von Pullach in die Hauptstadt. Lediglich die rund 1500 Mitarbeiter vom "technischen Dienst" bleiben im Münchner Vorort.

An diesem Donnerstag hat der BND mit rund 1600 Gästen Richtfest an seinem künftigen neuen Hauptsitz gefeiert. "Für den BND wird hier ein eindrucksvolles Gebäude an einem zentralen Standort in unmittelbarer Nähe zur Bundesregierung entstehen", sagte Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU). Das gegenseitige Verständnis werde durch die kurze räumliche Distanz zur Bundesregierung gestärkt.

Über den Umzug hatte es jahrelangen Streit gegeben. Kritiker monierten die hohen Kosten, die inklusive Umzugskosten und technischer Ausstattung mittlerweile bei rund 1,5 Milliarden Euro liegen sollen. Vor allem die CSU hatte dagegen gekämpft.

BND-Präsident erwartet durch den Umzug spürbare Erkenntnisgewinne

In der neuen Zentrale werden bisher auf verschiedene Standorte verteilte Abteilungen künftig in einem Gebäude zusammengeführt, wie BND-Präsident Ernst Uhrlau sagte. Allein durch die verkürzten Wege würden spürbare Effizienz- und Erkenntnisgewinne entstehen, fügte er hinzu.

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) errichtet im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) auf dem Gelände des ehemaligen Stadions der Weltjugend den nach eigenen Angaben größten Neubau des Bundes seit der Wiedervereinigung. Der Grundstein wurde im Mai 2008 gelegt. Der Umzug der Geheimdienstzentrale von Pullach nach Berlin sollte ursprünglich 2013 abgeschlossen werden.

Der BND ist einer der drei deutschen Geheimdienste - neben dem Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Militärischen Abschirmdienst. Sein gesetzlicher Auftrag ist das Sammeln und Auswerten von Erkenntnissen über das Ausland, die von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung sind.

Der BND wurde am 1. April 1956 gegründet. Er ging aus der unter Aufsicht des US-Geheimdienstes CIA operierenden "Organisation Gehlen" hervor. Reinhard Gehlen war von 1942 bis 1945 Chef der Abteilung "Fremde Heere Ost" des deutschen Generalstabs und begab sich nach Kriegsende in amerikanische Gefangenschaft. Vom US-Militär wurde er 1946 beauftragt, eine nachrichtendienstliche Organisation zur Ostaufklärung aufzubauen. Zehn Jahre dauerte es, bis die Behörde an das Kanzleramt übergeben wurde, dem sie bis heute untersteht.

hen/ddp/apn

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