Wahlkampf-Clip zu Thüringen Grüne löschen Habeck-Video nach Shitstorm

Auf Twitter ruft Grünen-Vorsitzender Habeck dazu auf, Thüringen zu einem "freien, demokratischen Land" zu machen. Der Spott ist groß, der Clip verschwindet. Es ist nicht das erste Mal, dass Habeck solche Sätze raushaut.
Robert Habeck (Archivbild)

Robert Habeck (Archivbild)

Foto: Fabian Sommer/ dpa

Der Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Robert Habeck, hat sich für einen Aufruf zur kommenden Thüringer Landtagswahl Spott und Häme zugezogen. In dem Video, das die Thüringer Grünen auf Twitter veröffentlichten, sagte er: "Wir versuchen, alles zu machen, damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird, ein ökologisches Land."

Das ostdeutsche Bundesland soll frei und demokratisch werden? Der von dort stammende Bundestagsgeschäftsführer der SPD, Carsten Schneider, antwortete prompt: "In welchem Gefängnis habe ich die letzten Jahre gelebt?", fragte er auf Twitter. Auch SPD-Vizechef Ralf Stegner lästerte dort: "Ein bisschen überheblich ist dieser Wahlkampfstil schon." Andere wiesen auf die aktuelle Regierungskoalition in Thüringen hin: gebildet von Linkspartei, SPD - und den Grünen.

Die Thüringer Grünen reagierten rasch: Der Aufruf verschwand, stattdessen hieß es auf Twitter: "Wir haben Robert Habecks Aufruf vom Netz genommen, weil viele ihn falsch verstanden haben." Habeck würde Thüringen nicht schlechtreden, das Land solle "einfach noch grüner und ökologischer werden".

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Auch dieser Post sorgte erneut für Kritik: Mehrere Twitter-Nutzer beschwerten sich, dass die Grünen die Schuld bei den Kritikern suchen würden, denen sie falsches Verstehen vorwerfen. Daraufhin entschuldigten sich die Thüringer Grünen in einem neuen Beitrag bei allen "Thüringerinnen und Thüringern, die sich herabgewürdigt fühlten".

Es ist nicht das erste Mal, dass Habeck auf Twitter kritisiert wird: Vor der Landtagswahl im Oktober in Bayern hatte er gefordert, die CSU-Alleinherrschaft zu beenden, damit man sagen könne: "Endlich gibt es wieder Demokratie in Bayern." Nach Kritik daran hatte er eingeräumt, "lasch formuliert" zu haben: "Die Kritik daran nehm ich an. Das war im Wahlkampffieber einer zu viel. Sorry dafür!" Er habe das Video zwischen zwei gehetzten Terminen schnell aufgenommen.

kko/dpa
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