Corona-Hilfen für Veranstalter Habeck fordert 1200 Euro Unternehmerlohn

In Berlin beraten die Ministerpräsidenten heute mit Kanzlerin Merkel über weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Grünenchef Habeck schlägt unterdessen einen pauschalen Unternehmerlohn für Kulturschaffende vor.
Foto:

Michael Kappeler / dpa

Um die Veranstaltungswirtschaft in der Coronakrise zu unterstützen, fordert Grünenchef Robert Habeck einen sogenannten Unternehmerlohn in Höhe von 1200 Euro für die Soloselbstständigen in der Branche. "Es geht um eine Million Jobs. Wir müssen jetzt handeln, sonst wird es nach Corona einen großen Teil der Kulturschaffenden nicht mehr geben", sagte Habeck der Deutschen Presse-Agentur vor einer für Mittwoch in Berlin geplanten Demo der Branche.

"Ein Teil unserer kulturellen Vielfalt und Infrastruktur ist in akuter Gefahr."

Robert Habeck

Diese Gruppe falle bei den Hilfen bisher durchs Raster. "Dieser Unternehmerlohn sollte pauschal und rückwirkend gezahlt werden", forderte Habeck. Förderbeträge und der Maximalbetrag für mittlere Unternehmen müssten angehoben werden.

"Die Branche war eine der ersten, die von den Corona-Maßnahmen betroffen war und wird eine der letzten sein, die wieder in ihren Berufsalltag zurückkehren kann", erklärte der Grünenvorsitzende. "Ein Teil unserer kulturellen Vielfalt und Infrastruktur ist in akuter Gefahr und droht dauerhaft verloren zu gehen. Das dürfen wir als Gesellschaft nicht zulassen."

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat Freiberuflern und Selbstständigen Hoffnung auf einen "Unternehmerlohn" gemacht. Dazu müsse in der Koalition aber noch eine Einigung gefunden werden, hatte er nach einer Beratung mit Wirtschaftsverbänden vergangene Woche erklärt. Soloselbstständigen solle besser geholfen werden. Einen Unternehmerlohn fordert etwa auch die Gastro-Branche.

Merkel berät mit Ministerpräsidenten über Verbote von Veranstaltungen

Die Veranstaltungswirtschaft und die Gastronomie- und Tourismusbranche wollen am Mittwoch erneut auf ihre existenzbedrohende Lage in der Coronakrise aufmerksam machen. Das Aktionsbündnis #AlarmstufeRot sowie der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und Verbände der Tourismuswirtschaft haben zu einer Großveranstaltung in Berlin aufgerufen.

Sie fordern mehr finanzielle Unterstützung der Politik und Hilfsprogramme, die sich gezielter an den Bedürfnissen der Unternehmen orientieren als die bisher von der Regierung aufgelegten Förderprogramme. Das Gastgewerbe warnte angesichts einer sich abzeichnenden Verschärfung der Corona-Maßnahmen vor dem drohenden "Kollaps" der Branche.

In Berlin kommen heute die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel zusammen. Laut Beschlussvorlage des Bundes beraten sie auch über Veranstaltungsverbote. So könnten demnach Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, bis Ende November untersagt werden. Theater, Opern oder Konzerthäuser sollen laut Beschlussvorlage genauso schließen wie Messen, Kinos, Bordelle, Freizeitparks und Diskotheken.

slü/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.