Grünenchef Habeck wegen Wissenslücke bei Pendlerpauschale in der Kritik

"Wenn man den Benzinpreis um drei Cent erhöht, die Pendlerpauschale aber um fünf Cent erhöht, dann lohnt es sich eher, mit dem Auto zu fahren als mit der Bahn": Für diese Rechnung erntet Grünenchef Robert Habeck Spott.

Robert Habeck in Frankfurt
SASCHA STEINBACH/ EPA-EFE/REX

Robert Habeck in Frankfurt


Das Klimapaket der Großen Koalition steht von vielen Seiten unter Beschuss - auch die Grünen kritisieren die Vereinbarungen. Besonders umstritten ist die geplante Erhöhung der Pendlerpauschale. Doch gerade bei dem Thema hat Grünenchef Robert Habeck in einem TV-Interview Wissenslücken offenbart. So zeigte er sich im ARD-"Bericht aus Berlin" unsicher über Wirkung und Ausgestaltung der Entfernungspauschale.

Der Hintergrund: Teil des Klimapakets ist, die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer von 2021 an von 30 auf 35 Cent pro Kilometer zu erhöhen, befristet bis Ende 2026. Diesen Betrag darf man von den zu versteuernden Einkünften abziehen.

Habeck nannte die geplante Erhöhung einen "Anreiz", möglichst weite Strecken zu fahren. "Wenn man den Benzinpreis um drei Cent erhöht, die Pendlerpauschale aber um fünf Cent erhöht, dann lohnt es sich eher, mit dem Auto zu fahren als mit der Bahn", sagte er. Darauf angesprochen, dass die Pendlerpauschale für alle Verkehrsmittel gelte, kam der Grünenchef ins Stottern: "Dann ist es ja nur die Erstattung des Bahntickets, und die... oder wird die dann... das weiß ich gar nicht."

Das griff unter anderem Sozialminister Hubertus Heil (SPD) auf: "Der Grünenchef, die Berufspendler und das Klima: Viel Meinung, wenig Ahnung", schrieb er auf Twitter.

Die Grünen hatten zuvor die Entscheidungen des Klimakabinetts heftig kritisiert und angekündigt, über den Bundesrat nachschärfen zu wollen.



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vks/dpa

insgesamt 551 Beiträge
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grabenkaempfer 23.09.2019
1.
Nunja was genau die Pendlerpauschale ist und was genau bei der Steuererklärung damit gemacht wird wissen einige Leute nicht. Der Herr Habeck ist damit nicht alleine. Und wenn ich nicht jedes Jahr die Steuererklärung selbst machen würde, wüsste ich das vermutlich auch nicht.
gruenerfg 23.09.2019
2. Wissenslücke
Das Steuerrecht ist wohl für viele ein großes Geheimnis. Z.B. für Herrn Altmeier. Es ist doch wohl klar: je höher der Steuersatz, desto höher die positive Auswirkung der Pendlerpauschale. 50% von 0,36€ sind einfach mehr als 20% von 0,36, denke ich.
man 23.09.2019
3. Als Habeck
bei Precht zu Gast war, kam auch nur rumeierndes Gesülze raus. Ich finde Habeck sollte wieder Kinderbücher schreiben.
hoeffertobias 23.09.2019
4. Woher ...
... soll Habeck das auch wissen? Sowohl er als auch sein Nachfolger Herr Albrecht nutzen die Fahrbereitschaft der Landesregierung um 2 x die Woche von Kiel nach Berlin und zurück zu tingeln. Auf die Frage, warum die Autos so dicke Auspuffendrohre haben, Anwortete Albrecht erst kürzlich bei einem Windgipfel in SH: Weil ihm eine Liste mit möglichen Leasing-Fahrzeugen vorgelegt wurde und er sich den geeignetsten ausgesucht habe. So viel zum thema Klimaschutz und Realität!
spiegelleser85 23.09.2019
5. 5 Cent mehr steuerlich absetzbar heißt nicht 5 Cent mehr haben
wenn ich mich nicht irre, ist die Pendlerpauschale ein steuerlicher Freibetrag, d.h. man muß auf die 35 Cent pro km bzw. die zusätzlichen 5 Cent lediglich keine Einkommenssteuer zahlen. Man spart nur den Steueranteil, also ungefähr zwei Cent von den fünf Cent (je nach Steuersatz). Es wird aber immer so getan, als würde man 5 Cent mehr sparen.
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