Vorschlag aus Rheinland-Pfalz Innenminister Lewentz regt neue Waffenamnestie an

Um die Zahl illegaler Waffen zu reduzieren, soll die Bevölkerung sie straffrei bei den Behörden abgeben können: Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz schlägt eine neue Waffenamnestie vor.
Bei der jüngsten Waffenamnestie 2018 abgegebene Revolver

Bei der jüngsten Waffenamnestie 2018 abgegebene Revolver

Foto:

Christian Schultz / dpa

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat eine neue bundesweite Waffenamnestie vorgeschlagen, um die Zahl illegaler Waffen in Deutschland zu reduzieren. Diese Möglichkeit sollte bei der nächsten Innenministerkonferenz besprochen werden, sagte Lewentz der Nachrichtenagentur dpa.

Das Nationale Waffenregister biete zwar inzwischen einen besseren Überblick. Er sei dennoch der Ansicht, »dass es insgesamt noch zu viele Waffen gibt, die möglicherweise undokumentiert sind«.

2009 und Ende 2017/Anfang 2018 hatten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, illegale Waffen straffrei bei den Waffenbehörden und bei der Polizei abzugeben. 2009 waren so bundesweit rund 200.000 legale und illegale Waffen abgegeben worden. Bei der folgenden Aktion kamen bundesweit weitere 71.000 Waffen zusammen.

Roger Lewentz, rheinland-pfälzischer Innenminister und SPD-Landesvorsitzender: Insgesamt noch zu viele Waffen, »die möglicherweise undokumentiert sind«

Roger Lewentz, rheinland-pfälzischer Innenminister und SPD-Landesvorsitzender: Insgesamt noch zu viele Waffen, »die möglicherweise undokumentiert sind«

Foto:

Andreas Arnold / dpa

Werden erlaubnispflichtige Waffen ohne Registrierung und Berechtigung aufbewahrt, ist schon der bloße Besitz strafbar. Doch nicht immer sind Waffen, die jemand illegal besitzt, von dieser Person auch illegal erworben worden. »Da gibt es immer wieder Fälle, wo der Großvater einen Schrank voller Waffen hinterlässt, und die Angehörigen wissen dann nicht, wie sie damit umgehen sollen«, sagte Lewentz.

Das Bundesinnenministerium strebt derzeit keine erneute Waffenamnestie an. Amnestien sollten grundsätzlich die Ausnahme bleiben, hieß es aus dem Haus von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

Die nächste Konferenz der Innenminister ist für Mitte Juni angesetzt. Ob Lewentz, der auch Landesvorsitzender der rheinland-pfälzischen SPD ist, daran teilnehmen wird, ist unklar. Rheinland-Pfalz wählt am 14. März einen neuen Landtag.

ply/dpa

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.