Kommissarischer SPD-Fraktionschef Mützenich will Fraktion dauerhaft führen

Bisher leitet Rolf Mützenich die SPD-Fraktion nur kommissarisch. Doch das soll sich ändern. Er wolle sich im September zur Wahl stellen, erklärte der Politiker nun in einem Brief an die Fraktionsmitglieder.

Rolf Mützenich
Christian Spicker/ imago images

Rolf Mützenich


Der kommissarische SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich will das Amt regulär weiterführen. Er werde bei der Wahl zum Fraktionsvorsitz am 24. September kandidieren, schrieb der 60-Jährige in einem Brief an seine Fraktionskollegen.

Mehrere SPD-Bundestagsabgeordnete hatten zuletzt dafür plädiert, dass Mützenich dauerhaft an der Spitze bleibt. Das habe ihn bestärkt, erklärte er nun in seinem Schreiben.

Mützenich hatte die Fraktion im Juni nach dem Rücktritt von Andrea Nahles als dienstältester ihrer Stellvertreter übernommen und führt sie seither kommissarisch. Im September wird der Fraktionsvorsitz neu gewählt.

"Rolf Mützenich kandidiert für den Fraktionsvorsitz. Ich unterstütze ihn dabei voll", sagt Karl Lauterbach, Fraktionsvize und Bewerber für den SPD-Vorsitz in einer ersten Reaktion dem SPIEGEL. "Wir stehen vor riesigen internationalen Krisen und brauchen jemanden, der Erfahrung, klare sozialdemokratische Haltung und Sachkompetenz hat. Er versöhnt in der Fraktion statt zu spalten. Mit Abstand der beste Kandidat."

Auch andere führende SPD-Politiker begrüßten die Entscheidung. Als kommissarischer Fraktionschef habe Mützenich in den vergangenen Wochen souverän bewiesen, dass er dieses Amt in ausgezeichneter Weise fülle, sagte der kommissarische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel in Berlin. "Rolf Mützenich konnte sich mit seinem freundlichen und zugewandten Wesen nicht nur bei den Abgeordneten, sondern auch bei den Bürgerinnen und Bürgern großen Respekt erwerben, der längst nicht nur seiner außenpolitischen Expertise gilt", sagte Schäfer-Gümbel.

Einer breiteren Öffentlichkeit dürfte der Name des SPD-Politikers lange unbekannt gewesen sein. Dabei ist der bald 60-Jährige schon lange im Geschäft, seit 2002 sitzt der gebürtige Kölner für die SPD im Bundestag, gewann seinen Wahlkreis Köln III stets direkt, auch bei der Bundestagswahl 2017 mit respektablen 32,3 Prozent.

Seit 2013 ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender, zuständig für den Bereich Außen-, Verteidigungs-, Menschenrechte und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Beobachtern gilt er als hartnäckig und erfolgreich, wenn es darum geht, seine Überzeugungen durchzusetzen (ein Porträt über ihn lesen Sie hier).



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mho/cte/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
mussich 09.08.2019
1. gut so ..
jetzt noch Opposition und ein langsamer Neustart. Ein Führungsduo wird sich doch auch noch finden lassen.
.patou 09.08.2019
2.
Guter Mann. Falls er bestätigt wird, wäre immerhin die erste anstehende Personalentscheidung auf Bundesebene erfreulich positiv verlaufen.
mangolover 09.08.2019
3. Gute Idee..
er repräsentiert eine etwas weniger aufgeregte SPD und das bringt Ruhe in die Fraktion.
drent 09.08.2019
4. Gute Aussichten für die Zukunft
Nach den nächsten Wahlen wird die Fraktion nur noch halb so viele Mitglieder haben. Erleichtert die Arbeit.
archivdoktor 09.08.2019
5. Stimmt
Zitat von drentNach den nächsten Wahlen wird die Fraktion nur noch halb so viele Mitglieder haben. Erleichtert die Arbeit.
Stimmt - und ich finde das sehr gut! Nur schade, dass es überhaupt eine SPD-Fraktion geben wird - und ob da Mützenich oder Müntefering Fraktionsvorsitzender wird, ist für mich genau so spannend wie dieser Sack Reis in China......
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